Auf der Herzinsel

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Die Wanderfalken-Jungs tragen jetzt Ringe

So ganz geheuer ist den beiden Falkenküken diese Nachbarschaft nicht. Nach der Beringung ging es rasch wieder hinauf mit ihnen in den Horst am Brückentinsee.
So ganz geheuer ist den beiden Falkenküken diese Nachbarschaft nicht. Nach der Beringung ging es rasch wieder hinauf mit ihnen in den Horst am Brückentinsee.
Karsten Matschei

Zwei süße Kerlchen werden von der Kamera am Brückentinsee beobachtet. Die Küken sind gewogen, vermessen und registriert worden.

Es bleibt bei zwei geschlüpften Wanderfalken im Horst auf der Herzinsel im Brückentinsee. Am Sonntag wurden die „Federbälle“ beringt. Naturschützer Paul Sömmer vom Arbeitskreis Wanderfalkenschutz war mit Steigeisen in die Krone der 25 Meter hohen Kiefer geklettert, um den Falkennachwuchs einzusammeln.

Am Boden wurden die Küken dann durch seinen Kollegen Karsten Matschei vermessen und beringt. Auf diese Weise können die Vögel, die vor 40 Jahren schon als ausgestorben galten, besser beobachtet werden. Dazu trägt auch die Kamera vor dem Horst bei. Sie überträgt Bilder aus dem Horst live auf einen Monitor im Inselhotel und hielt auch fest, wie das Weibchen eines der zwei noch nicht ausgebrüteten Eier aufbrach und den Embryo an die bereits geschlüpften Küken verfütterte.

Der Falkennachwuchs trägt nun Ringe mit den Buchstabenfolgen EMX und ENX. Bei beiden handelt es sich um Männchen. „Das ist gut für die hiesige Population, denn Männchen bleiben der Region treu. Weibchen ziehen weg“, sagt Karsten Matschei. Bei ihrer Vermessung wogen die zwei Kerlchen 465 und 420 Gramm. Sie haben eine Flügelspanne von 98 und 110 Zentimetern. Auch im Vorjahr war das Nest ausschließlich mit männlichem Nachwuchs belegt. „Futter ist ausreichend vorhanden. Wir haben im Nest Reste von Tauben und Singvögeln gefunden“, sagt Karsten Matschei.