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Der Kran sichert oben den schweren Baum, während der Motorsägenführer unten die nötigen Schnitte ausführen kann. Sobald er fertig ist und einen sicheren Bereich erreicht hat, kann der Stamm umgestoßen werden. Tobias Lemke
Forstwirtschaft

▶ Diese Kran-Methode hilft beim Fällen von Problem-Bäumen

Die Arbeit in der Forst gehört zu den gefährlichsten Jobs im Land. Im Forstamt Neustrelitz wurde nun ein neue Fällmethode vorgestellt.
Neustrelitz

In der Landesforst von Mecklenburg-Vorpommern soll die MFK-Methode Einzug halten. Die Abkürzung steht dabei für „motormanuelle Fällung mit Kranunterstützung“. Allen voran soll die nicht ganz neue, aber nun offiziell anerkannte Methode zum Fällen von starken und problematischen Bäumen von den Forstämtern umgesetzt werden, in denen schweres Gerät stationiert ist. So wurde die MFK-Technik in dieser Woche im Neustrelitzer Forstamt in Wilhelminenhof demonstriert.

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Im Süden ist der Beruf noch gefährlicher

Hier stehen allein zwei Harvester von rund zehn Maschinen bei der MV-Landesforst. „Tendenziell nimmt die Arbeit an schwierig zu fällenden Bäumen aufgrund der Dürre- und Sturmschäden zu“, sagt Thomas Beil, Fachkraft für Arbeitssicherheit bei der Landesforst. Das spiegelten zuletzt leider auch wieder steigende Unfallzahlen wider. Waldarbeit zähle zu den gefährlichsten Jobs überhaupt. Bundesweit seien im Vorjahr um die 30 tödlichen Unfälle in der Forst gezählt worden, in MV sei 2013 letztmalig ein Waldarbeiter gestorben. Im Süden sei der Beruf noch gefährlicher, da hier auch in den Hanglagen der Mittelgebirge gefällt wird. „Auf 1000 Waldarbeiter kommen im Durchschnitt 80 Unfälle pro Jahr“, sagt Beil.

Daher haben auch Versicherer und Berufsverbände ein großes Interesse an mehr Sicherheit. Schaue man sich die Statistik genauer an, so gebe es nahezu keine Unfälle im hochmechanisierten Bereich, erklärt Christian Lüschow von der Sozialversicherung Landwirtschaft Forsten und Gartenbau (SVLFG). Gemeinsam mit dem Deutschen Forstunternehmerverband (DFUV) und in Abstimmung mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wurde die MFK-Methode entwickelt und nun im Neustrelitzer Forstamt vorgestellt. Mit dabei waren neben den Vertretern aus den MV-Revieren auch Berliner Forstleute sowie Mitarbeiter privater Forstunternehmen, wo sich die Fällmethode möglichst ebenso durchsetzen solle.

Hier ein Video davon:

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Ein Keil muss nicht mehr eingeschlagen werden

„Weg vom Baum“ lautet dabei die oberste Maxime. Erreicht wird das, indem der Kranarm eines Harvesters oder auch Baggers den Stamm umklammert und nach dem Ausführen der Motorsägenschnitte den Baum umdrückt. Somit entfällt das Einschlagen eines Keils wie bei der herkömmlichen motormanuellen Fällung. Gerade in diesem brenzligen Moment könne es zu Unfällen kommen, erklärt der Neustrelitzer Forstamtsleiter Matthias Puchta. Denn die Vibrationen der Schläge erschüttern die Baumkronen, wo es dann zu Astbrüchen kommen kann, insbesondere wenn der Baum Trocken- oder Windwurfschäden hat. Wichtig sei, dass Motorsägenführer und Kranführer ein eingespieltes und geschultes Team sind.

Die MFK-Methode ist dabei kein gänzlich neuer Ansatz – nur sei dieser bislang in einem Art Graubereich praktiziert worden, heißt es von der SVLFG und der DFUV. Nun wurde das krangestützte Fällen aber auf rechtssichere Füße gestellt. In den Revieren rund um Neustrelitz werde die neue Technik übrigens ab sofort umgesetzt, sagt Puchta. Denn auch hier gebe es zunehmend Problembäume aufgrund von Trocken- und Sturmschäden. Allein die Stürme von Anfang dieses Jahres haben rund um Neustrelitz eine Schadholzmenge von geschätzten 30 000 Kubikmeter verursacht. Das entspreche in etwa Dreiviertel des jährlichen Einschlags im Forstamtsbereich.

 

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