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Diese Schildkröte macht es sich bei uns gemütlich

Diese Schildkröte haben Paddler bei einer Tour auf einem See in der Nähe von Granzin entdeckt. Wie kommt das Tier in den Nationalpark?
Diese Schildkröte haben Paddler bei einer Tour auf einem See in der Nähe von Granzin entdeckt. Wie kommt das Tier in den Nationalpark?
Jacobs/Rogozinski

Der Schutz der Natur steht an oberste Stelle im Müritz- Nationalpark. Doch was, wenn sich Tiere dazugesellen, die hier gar nichts zu suchen haben? Jetzt wurde bei Granzin eine Schildkröte entdeckt, die überhaupt nicht heimisch ist. Doch wie kommt das Tier in das Gewässer?

 Da ließen die beiden Wassersportler auf einem See bei Granzin im Müritz-Nationalpark eine Weile die Paddel ruhen. Eine Schildkröte tauchte plötzlich in dem Gewässer vor ihren Augen auf. Anscheinend genoss das Tier die Sonnenstrahlen. Die Paddler zückten schnell die Kamera, um ein Beweisfoto zu liefern. Das Foto schickte Silvio Jacobs an den Nordkurier mit den Worten: „Auf einem See in der Nähe von Granzin haben wir diese Schildkröte, offenbar die sogenannte Rotwangen-Schmuckschildkröte, entdeckt, was ja in Mecklenburg nicht so häufig passiert.“

Tatsächlich handelt es sich um die Rotwangen-Schmuckschildkröte, bestätigt Nora Künkler vom Nationalparkamt in Hohenzieritz. Diese Schildkröten gehören nicht zu den heimischen Tieren. Im Zoohandel sind sie eher zu finden als in der Natur. Allerdings ist das Panzertier bei Granzin kein Einzelfall. Die Tiere, so die Erfahrung im Nationalpark, werden ausgesetzt, wenn ihre Halter keine Lust mehr auf die Schildkröte haben. „Oft überleben die Tiere das nicht, denn das subkontinentale Klima unserer Region mögen sie nicht“, beschreibt die Sprecherin aus dem Nationalparkamt. Allerdings ist der Granziner Panzer bereits häufiger gesehen worden. Damit dürfte diese Schmuckschildkröte keine Fremde mehr sein und bereits seit Längerem in der freien Natur überleben, wird im Amt gemutmaßt.