UNGEWÖHNLICHE FARBE

Dieser Sommer macht den Schmalen Luzin besonders früh schön grün

Kein Algenalarm, sondern ein jährlich wiederkehrendes Naturereignis ist derzeit auf dem Schmalen Luzin zu beobachten.
Der Schmale Luzin ist im Bereich des Fähranlegers gerade sehr grün. Von einer Belastung durch Ciano-Algen wird aber wegen de
Der Schmale Luzin ist im Bereich des Fähranlegers gerade sehr grün. Von einer Belastung durch Ciano-Algen wird aber wegen des sehr nährstoffarmen Sees nicht ausgegangen. Marlies Steffen
Feldberg ·

Fährmann Thomas Voigtländer kennt das Gewässer, auf dem er praktisch zu Hause ist, wie seine Westentasche. Schon als Kind war er hier unterwegs. Bereits seit dem Jahr 2006 bringt er seine Gäste vom Fähranleger an der früheren Luzinhalle auf die andere Seite zum Hullerbusch. 200 Meter Fahrt sind das auf dem Schmalen Luzin, der normalerweise glasklar ist und Sichttiefen von bis zu zehn Metern aufweist.

Normalerweise erst im August

Das besonders intensive Grün, das dieser Tage auf der Wasseroberfläche liegt, ist dem Fährmann vertraut. Eigentlich sei es sonst erst für den August typisch, sagt er im Gespräch mit dem Nordkurier. In diesem Jahr aber habe sich der See früher eingefärbt. Und auch die Sichttiefe sei vorübergehend zurückgegangen. Sie betrage rund 4,50 Meter. Dies habe nichts mit dem anderenorts zu beobachtenden übermäßigen Algenwachstum zu tun und sei schon gar nicht gefährlich. Es handele sich vielmehr um einen normalen Vorgang, der sich jährlich in dem Gewässer abspiele. Der Schmale Luzin ist ein sogenannter Hartwassersee, in dem sich kalkhaltige Stoffe befinden, erklärt Voigtländer. Bei hochsommerlichen Wetterlagen wie den derzeitigen würde durch das Wachstum der im See befindlichen Algen mehr Kohlendioxid als sonst herausgelöst, es bleibe Calziumcarbonat übrig. Durch die Ausfällung dieses Stoffes würden milchige Kristalle ins Wasser gelöst, die dem See die intensive türkisgrüne Farbe verleihen würden. Prinzipiell besitzt der Schmale Luzin immer eine spezielle Einfärbung, „so grün ist er aber nur um diese Jahreszeit am Fähranleger“, sagt Thomas Voigtländer.

Extrem nährstoffarm

Der Schmale Luzin gilt als extrem nährstoffarmer See. Er steht unter Naturschutz. Der See ist rund sechs Kilometer lang und erstreckt sich vom Erddamm, wo er durch die Dammaufschüttung vom sogenannten Hals des Breiten Luzins getrennt wurde, bis hin nach Carwitz.

Der See ist an seiner tiefsten Stelle 33,5 Meter tief, seine durchschnittliche Tiefe beträgt rund 14 Meter. Motorbootfahren ist auf dem Gewässer untersagt. Fährmann Thomas Voigtländer betreibt an der Luzinhalle unter anderem seine handbetriebene Seilfähre – eine Rarität in Europa.

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