Die Straßen der Innenstadt waren teils komplett überflutet.
Die Straßen der Innenstadt waren teils komplett überflutet. Feuerwehr Neustrelitz
Die Wassermassen drückten gegen die Türen der Halle.
Die Wassermassen drückten gegen die Türen der Halle. Feuerwehr Neustrelitz
Auf dem Zierker See schlug ein Blitz in ein Boot ein. Das Oberdeck brannte komplett aus.
Auf dem Zierker See schlug ein Blitz in ein Boot ein. Das Oberdeck brannte komplett aus. Tobias Lemke
Unwetter-Folgen

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Ein Bootsbrand nach einem Blitzeinschlag, Katzenpension und Strelitzhalle unter Wasser und geflutete Keller: 35 Feuerwehreinsätze gab es in Neustrelitz.
Neustrelitz

Die Feuerwehren des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte waren am Freitag und Samstag im gesamten Stadtgebiet in Neustrelitz im Dauereinsatz. Gewitter und Starkregen sorgten für viele nacheinander folgende Einsätze bis spät in die Nacht hinein. Gegen 23.30 Uhr beendete die Neustrelitzer Feuerwehr ihren letzten Einsatz.

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Begonnen hatten die Einsätze am Freitagnachmittag mit der Löschung eines Bootes auf dem Zierker See, das vom Blitz getroffen wurde. Hierbei entstand ein geschätzter Totalschaden von 20.000 Euro. Der herausforderndste Einsatz ergab sich am Postfachzentrum in Neustrelitz. 7000 Liter mussten dort aus einem Schacht abgepumpt werden.

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Kontaminiertes Wasser einer Tankstelle trat aus, da die Ölabscheider den Wassermassen nicht mehr standhalten konnten. Die Entsorgungsfirma Nehlsen aus Neubrandenburg holte das kontaminierte Wasser schließlich zur Entsorgung ab. Da das Wasser auch in den Boden sickerte, informierte die Neustrelitzer Feuerwehr auch das Umweltamt, das entsprechend Proben nehmen wird, um zu bewerten, ob ein Umweltschaden entstanden ist, heißt es von Ortswehrführer Thomas Tschirch.

Auch die Feuerwehrtechnische Zentrale des Landkreises musste bei diesem Einsatz unterstützen. Der Sanitätsdienst versorgte die Feuerwehrmannschaft mit Essen und Getränken. „Es war insgesamt eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehren. Ich möchte mich bei den umliegenden Feuerwehren, beim Landkreis und beim Sanitätsdienst für die Versorgung bedanken”, sagt Tschirch.

Die umliegenden Feuerwehren Wesenberg, Wokuhl, Thurow, Fürstensee, Carpin, Userin und Klein Trebbow fuhren ebenfalls viele Einsätze zur Unterstützung. Die größte Sporthalle der Stadt, die Strelitzhalle, wurde am Samstag geflutet. „Dort stand das Wasser von Außen über einen Meter hoch und drückte von Außen nach Innen in die Halle hinein”, berichtet Feuerwehrmann Dennis Maaß.

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In der Katzenpension Katzenparadies mussten Tiere evakuiert werden. „Das Katzenhaus stand unter Wasser. Es regnete ununterbrochen und wir konnten zusehen, wie das Wasser anstieg und sich den Weg in den Keller bahnte. Die Quarantäne und Krankenstation haben wir evakuiert. Letztendlich haben wir die Feuerwehr zum abpumpen holen müssen. Es ging nicht mehr. Wir standen schon knöcheltief im Wasser”, heißt es von Manuela Jeschke, Leiterin des Katzenparadieses. Die Feuerwehr baute einen Damm und legte eine Drainage, um das Wasser vom Haus weg aufs freie Feld zu leiten.

In der Gemeinde Wokuhl-Dabelow fiel zeitweise der Strom aus. In der Innenstadt in Neustrelitz gab es etliche vollgelaufene Keller, die von den Feuerwehren ausgepumpt werden mussten. Am Hafen blieb ein Wohnmobil und weitere Fahrzeuge in einer Wasserlache liegen, da Wasser in den Motorraum gelangt war. Die Feuerwehr musste auch dort helfen. „Insgesamt 35 Einsätze wurden bei der Feuerwehr Neustrelitz registriert”, zieht Tschirch Bilanz.

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