KOMMUNALPOLITIK

Dürfen Lkw künftig noch über den Neustrelitzer Markt fahren?

In dieser Woche steht ein ganzes Maßnahmenpaket zur Verkehrsberuhigung im Neustrelitzer Zentrum zur Abstimmung an.
Der Markt von Neustrelitz ist aus der Vogelperspektive hübsch anzusehen. Auf dem Boden der Tatsachen liefert er aber auch
Der Markt von Neustrelitz ist aus der Vogelperspektive hübsch anzusehen. Auf dem Boden der Tatsachen liefert er aber auch jede Menge Gesprächsstoff, vor allem, was die Verkehrsberuhigung betrifft. Tobias Lemke
Der Markt von Neustrelitz aus der Vogelperspektive
Der Markt von Neustrelitz aus der Vogelperspektive Tobias Lemke
Neustrelitz.

Mit der Freiwilligkeit ist das so eine Sache. Ohne ein Verbot geht es wohl nicht. Sei es nun, weil das Navi den kürzesten Weg durchs Zentrum angibt oder aber, weil sich damit drei bis fünf Minuten Umweg einsparen lassen, die Route quer über den Neustrelitzer Markt ist beliebt und gilt daher als viel befahren. Zumindest aber für einen Großteil der Laster soll demnächst Schluss sein.

Die Neustrelitzer Stadtvertreter wollen am Donnerstag über die Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans und des Schallimmissionsplans der Stadt abstimmen. Ein Bestandteil ist unter anderem ein Durchfahrtverbot für den Schwerverkehr. Demnach sollen künftig auf allen Zufahrtsstraßen zum Innenstadtbereich Verkehrszeichen darauf hinweisen, dass Fahrzeuge mit einem Gewicht mit mehr als 3,5 Tonnen draußen bleiben müssen. Ausnahmen würden für Busse, Müllfahrzeuge oder etwa den Lieferverkehr gelten.

Nicht nur eine Maßnahmen überlegt

Mit der Stadtkernumfahrung und der Neustrelitzer Ortsumgehung (B96) werden Autofahrern zwar alternative Routen angeboten, dennoch falle immer wieder und vor allem der Schwerlastverkehr im Zentrum auf, heißt es von den Verkehrsplanern der LOGOS Ingenieur-und Planungsgesellschaft. Das Rostocker Ingenieurbüro hatte sich im Auftrag der Stadt den Verkehr in Neustrelitz näher angeschaut sowie Konzepte und Lösungsvorschläge erarbeitet. Das Lkw-Durchfahrtverbot ist dabei längst nicht die einzige Maßnahme zur Beruhigung der Innenstadt. Bei künftigen Straßensanierungen solle gesägtes Pflaster verwendet werden, um den Verkehrslärm gering zu halten.

Der Katalog sieht zudem mehr Tempo-30-Bereiche im Stadtkern vor, in denen dann auch über Geschwindigkeitsanzeigen Autofahrer auf ihr Tempo aufmerksam gemacht werden. Da mit einer Zunahme des Verkehrs auf der Stadtkernumfahrung zu rechnen sei, müsse aus Gründen des Lärmschutzes teils auch dort ein Tempo-30-Limit gelten, etwa An der Promenade. An der Kreuzung von Hohenzieritzer Straße und Louisenstraße ist eine abknickende Vorfahrtsstraße ohne Ampel vorgesehen und in der Schlossstraße soll die Einbahnstraßenregelung aufgehoben werden.

Grüne: Mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer

Im Beschluss seien viele begrüßenswerte Ziele und Regelungen enthalten, heißt es vorab von der Fraktion Grüne/FDP/PuLS. Dennoch kommt aus ihren Reihen ein Änderungsantrag.

Die Fraktion bedauere, dass die im Verkehrsentwicklungsplan vorgeschlagenen Varianten zur Beruhigung des Marktplatzes nach dem Willen der Verwaltung zunächst nicht weiter verfolgt werden sollen. „Wir wollen hier Verbindlichkeit herstellen. Der Markt ist im Moment mit seiner konfliktbehafteten Verkehrssituation von keiner hohen Aufenthaltsqualität, was immer wieder von Einheimischen und Gästen als großes Manko benannt wird“, erklärt Grünen-Stadtvertreter Falk Jagszent. Wolle die Stadt mehr Leben auf dem Markt, dann müsse hier mehr Raum für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden.

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