MEGA-HECHT VON WESENBERG

Angler wegen 90-Zentimeter-Hecht angezeigt

Große Diskussion um den Mega-Hecht von Wesenberg! Der Fischfang hat nun allerdings ein Nachspiel für den Angler – und zwar gleich aus zweierlei Gründen.
Martina Schwenk Martina Schwenk
Einen richtig tollen Hecht hatte ein Wesenberger aus dem Wasser gezogen. Der Fang hatte für ihn allerdings ein Nachspiel.
Einen richtig tollen Hecht hatte ein Wesenberger aus dem Wasser gezogen. Der Fang hatte für ihn allerdings ein Nachspiel. Phimak - Fotolia.com
Neustrelitz.

Stolz über den Fang eines großen Hechts, schrieb ein Angler aus Wesenberg kürzlich an den Nordkurier und hat uns ein Foto von seinem Fang geschickt. In den sozialen Netzwerken entfachte die Nachricht allerdings hitzige Diskussionen. Unter anderem, weil der Hecht mit 90 Zentimetern Länge nicht hätte gefischt werden dürfen. Wie der Nordkurier darüber hinaus von der Seenfischerei „Obere Havel“ erfuhr, soll der Angler offenbar nicht im Besitz einer gültigen Angelkarte der Genossenschaft gewesen sein. Diese ist, zusammen mit einem Fischereischein oder Touristenfischereischein, jedoch Voraussetzung, um legal die Rute auszuwerfen. Daher sah sich die Seenfischerei gezwungen, Anzeige zu erstatten.

Aber was hat es mit der Größe des Fisches auf sich? Einige Leser wiesen auf ein Maximalmaß von 85 Zentimetern hin. Alles darüber hinaus müsse zurück in den See entlassen werden. Andere Hobbyfischer kommentierten den Beitrag ganz selbstverständlich mit Fängen, die das Ein-Meter-Maß überstiegen. Das wiederum lässt die Frage aufkommen: Was ist denn nun erlaubt?

„Küchenfensterfischerei” an der Oberen Havel

Wolfgang Bork von der Seenfischerei „Obere Havel“ hat dazu Antworten. „Es gibt gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaße, aber keine Maximalmaße. Vor einigen Jahren haben wir für unser Gebiet eine Maximalgröße festgelegt, zum Schutz der Raubfische. Damit haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht.“ Denn größere Fische würden mehr Eier legen und so für mehr Nachwuchs sorgen. „Küchenfensterfischerei“ wird es laut Bork genannt. Nur Hechte zwischen 55 und 85 Zentimeter darf ein Angler behalten, andere müssen freigelassen werden. Dies ist, neben anderen Regeln, sowohl auf der Internetseite der Seenfischerei vermerkt, als auch auf den Angelkarten des Gebiets abgedruckt.

Solche Fenster sind immer individuell, erklärt Claudia Thürmer, Pressesprecherin des Landesangelverbands. „Pächter oder Besitzer von Gewässern dürfen veränderte Schonzeiten und Maße für ihre Seen einführen. Die für Mecklenburg-Vorpommern gesetzlich festgelegten Werte dürfen dabei lediglich nicht unterschritten werden.“ Beim Woblitzsee liegt etwa die Minimalgröße für Hechte mit 55 Zentimetern über dem gesetzlichen Wert von 45 Zentimetern.

Hat der Angler seinen Fang behalten?

Allerdings sind Fenster eher selten, so Thürmer. In vielen Seen gilt nur die gesetzliche Mindestgröße. Aber: „Mit dem Kauf einer Angelkarte stimmt der Angler den Bedingungen des Angelgebiets zu.“ Vergehen gegen Angelvorschriften kämen in Mecklenburg Vorpommern selten vor. 2018 seien bei mehr als 15.000 Einsätzen von ehrenamtlichen Aufsehern nur rund 510 Anzeigen eingegangen. Und davon hätten die meisten schlicht ihre nötigen Papiere vergessen.

Ob der Wesenberger Angler seinen Fang wie vorgeschrieben zurück in die Freiheit entlassen hat, ist dem Nordkurier übrigens nicht bekannt. Eine Anfrage blieb bis Dienstagabend unbeantwortet.

+++ Hinweis: Der Angler hat sich inzwischen in einem weiteren Artikel gegen die Vorwürfe verteidigt. Sie finden ihn hier. +++

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Kommentare (9)

Schweigen und genießen! Rumprotzen bringt nix.
PETA meldet sich bestimmt auch noch.

Sie waren schneller, dass Selbe wollte ich auch schreiben

Fischer Fritze, fischt frische Fische, Fischer Bollmann wollte angeln, und wurde angeschissen, am Besten, den Mund halten

Es ist traurig was manche Leser hier verfassen. Am besten man lässt der Allgemeinheit gar nichts mehr zukommen und verkriecht sich in seinem kleinen Kämmerchen. Diese Intoleranz und Boshaftigkeit und über alles Erhaben sein ist ein super Aushängeschild für unsere Region. Ich schäme mich fremd. Das ist wirklich ein Witz.

Was ist daran verwerflich, wenn ich dem Angler rate , sich mit so einem Fang besser nicht in der Presse zu zeigen? Im Bekanntenkreis ok.
Jetzt hat er den Ärger.

Satisfaktion
Reden ist Silber, schweigen ist Gold
Ich hätte, den Hecht, bisschen kürzer, oder garnicht angegeben

Das war bestimmt der Hecht, aus Teterow, Herr Bork

Mir haben die Worte,, protzen,, nicht gefallen. Oder protzt ein Maler wenn er seine Gemälde ausstellt und da könnte ich noch weitere Beispiele anbringen. Aber in unserer Gesellschaft sind Neid und Missgunst sehr stark ausgeprägt und es gibt eben Menschen die sich dann äußern müssen mit unangebrachten Worten. Vielleicht weil ihr Leben uninteressant ist oder weil sie anderen Menschen den Erfolg nicht gönnen und sich dann darüber freuen, wenn etwas schief geht bei demjenigen. Man sollte vorher immer darüber nachdenken welche Worte man wählt. Aber da werde ich wohl gegen eine Wand reden. Ein Theater wegen einer Sache die bestimmt eigentlich nur Freude und Unterhaltung bringen sollte. Traurig unsere Gesellschaft und der nordkurier hatte endlich mal wieder ein spannendes Thema

Ich wollte keinesfalls den Angler beleidigen( bin selber Angler) . Protzen war bestimmt nicht das richtige Wort.
Heute muss man eben vorsichtig sein. Neider warten überall.