ANTRAGSFRIST ENDET

Ehrenamtsstiftung hat 23 Millionen Euro zu vergeben

23 Millionen Euro hat die Ehrenamtsstiftung in Neustrelitz bis Ende des Jahres zur Verfügung. Wer sein Projekt fördern lassen möchte, sollte sich beeilen, die Antragsfrist endet bald.
dpa
Katarina Peranic und Jan Holze, Vorstände der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt.
Katarina Peranic und Jan Holze, Vorstände der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Jens Büttner
Neustrelitz.

Knapp drei Monate nach ihrer Gründung ist die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt in Neustrelitz arbeitsfähig. „Das erste umfassende Förderprojekt ist angeschoben”, sagte Geschäftsführer Jan Holze. Gefördert werden sollen Projekte zur Nachwuchsgewinnung, zur Digitalisierung der Vereinsarbeit und für „Innovationsstärkung in ländlichen und strukturschwachen Gebieten.”

„Wir unterstützen Maßnahmen mit bis zu 100.000 Euro”, sagte Holze. Auch Verknüpfungen dieser Themen seien möglich. Dabei sollten Antragsteller schnell Kontakt suchen. 23 Millionen Euro stehen für 2020 zur Verfügung und die Frist für die Antragstellung endet bereits Ende Oktober.

Vor allem Nachwuchs wird gesucht

Die Bundesstiftung, die von mehreren Bundesministerien getragen wird, hatte im Juli ihre Arbeit in Neustrelitz aufgenommen. Für die ersten 12 Stellen hatten sich bundesweit 800 Leute beworben, wie Geschäftsführerin Katarina Peranić sagte. Die ersten fünf Beschäftigten wurden im September eingestellt, weitere vier Einstellungen soll es ab Oktober geben: „Wir wachsen organisch.”

Fragen zu dem neuen Förderprojekt sind jederzeit willkommen, wie Holze sagte. „Uns ist es lieber, wir klären viele Dinge im Vorfeld, als später Anträge ablehnen zu müssen.” Hintergrund der Nachwuchsgewinnung sind die demografische Entwicklung, bei der die Zahl der Älteren immer stärker wächst, sowie die mitunter fehlende Bereitschaft junger Leute, sich dauerhaft zu engagieren. „Das hat der letzte Engagementbericht der Bundesregierung gezeigt”, erläuterte Peranic. Junge Leute engagierten sich gern projektbezogen, aber nicht so dauerhaft, wie nötig. Hier könne die Digitalisierung auch helfen.

Vieles digitalisieren, aber nicht alles

So können Vereine und Engagierte Zuschüsse für Hard- und Software bekommen und werden bei der Schulung unterstützt. Gerade in der Corona-Pandemie habe man gesehen, wie digitale Technik helfen kann, Distanzen zu überwinden. Dabei sollte die Technik aber Hilfsmittel bleiben: „Nicht alles muss digitalisiert werden”, betonte Holze.

Als Beispiele für Unterstützung über die Stiftung nannten die Geschäftsführer ein Hygienekonzept für einen Bürgerbus, damit die Mobilität gerade in ausgedünnten Regionen auch in der Corona-Krise erhalten bleiben kann. Über Computertechnik könnten auch Kontakte zwischen Älteren und Jüngeren in Corona-Zeiten gehalten werden, beispielsweise bei Hausaufgabenhilfe, beim Spracherwerb oder bei der Beratung zur Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche. Ein Orchester, das derzeit nicht mehr so oft miteinander üben kann wie sonst, will eine App entwickeln, damit das Üben zu Hause leichter wird.

Anlaufstelle für 30 Millionen Ehrenamtler

Der Bedarf an Unterstützung scheint bundesweit groß zu sein. Innerhalb weniger Tage gingen bereits mehr als 400 Telefonanfragen bei der Stiftung ein. Diese liefen über eine kostenlose Hotline und die neuen Mitarbeiter in Neustrelitz. „Wir haben bereits Anträge aus Gera in Thüringen, aus Sachsen und anderen Bundesländern”, sagte Holze. Doch es werde ein Kraftakt, die 23 Millionen Euro für 2020 noch auf den Weg zu bringen. Gemeinsam mit Peranic stellt er auf Veranstaltungen bundesweit derzeit die Stiftung vor. Dabei stehen noch Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Hamburg und Schleswig-Holstein auf ihrem Plan.

Die Stiftung soll als Anlaufstelle für 30 Millionen Ehrenamtler in Deutschland dienen, Modellprojekte fördern und Fortbildung anbieten. Sie hat Räume in der Ex-Kreisverwaltung am Rand von Neustrelitz bezogen und soll langfristig auf 75 Mitarbeiter anwachsen. In „mehreren Jahren” soll zudem das Carolinenpalais in der Residenzstadt Sitz der Stiftung werden, wie Holze erklärte. Dazu seien aber noch längere Planungen und die Sanierung nötig.

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