FISCHBESATZ

Eimerweise Aale in die Strelitzer Seen entlassen

80 Kilo Jungaale wurden in Strelitzer Seen ausgesetzt. Die Tiere sollen den Bestand erhalten. Aber Fressfeinde kennen leider kein Pardon.
Ulrich Krieger Ulrich Krieger
An mehreren Stellen setzte Torsten Zell die Jungfische vorsichtig in den Kleinen Drewensee aus. Jeder der Mini-Aale wiegt nur rund zehn Gramm.
An mehreren Stellen setzte Torsten Zell die Jungfische vorsichtig in den Kleinen Drewensee aus. Jeder der Mini-Aale wiegt nur rund zehn Gramm. Ulrich Krieger
Jeder der Mini-Aale wiegt nur rund zehn Gramm.
Jeder der Mini-Aale wiegt nur rund zehn Gramm. Ulrich Krieger
Neustrelitz.

Für Angelfreunde ein Freudentag: In 19 Seen im Umkreis von Neustrelitz wurden von den Mitgliedern des Neustrelitzer Angelvereins Aale ausgesetzt. Damit soll der Bestand eine Auffrischung erfahren und so zur Erhaltung der Art beigetragen werden. Mit großer Ungeduld hatten die Vereinsmitstreiter die Lieferung von fast 80 Kilogramm Setzaalen erwartet. In etwa zehn Jahren werden die überlebenden Fische ihr Fangmindestmaß von 45 Zentimetern erreicht haben. Mit 13 Kilogramm Jungaal wurde der Lange See besonders bedacht und der Krumme Wocklow-See bei Drosedow mit sieben Kilogramm gut aufgewertet. Andere Seen bekamen nur etwa ein Kilogramm ab.

Möglich machten die Aktion finanzielle Mittel der EU und der Landesangelverband. Doch auch die Neustrelitzer Angler beteiligten sich an der Bestandserhaltung. Sie kauften eine sogenannte Aalaktie für 1000 Euro. Damit konnten sie etwa 23 Kilogramm der Tiere erwerben. Ein einzelner Jungsaal wiege übrigens um die zehn Gramm.

Die empfindlichen Fische müssen schnell ins Gewässer

Zuvor waren die aus Frankreich stammenden Glasaale in den Niederlanden „vorgestreckt“ worden. So wird die Aufzucht bis zum Gewicht von acht bis zehn Gramm bezeichnet. Der Fischerei- und Verarbeitungsbetrieb Dehmel aus Dabel übernahm den Transport mit einem speziell für Lebendfische ausgerüsteten Lkw und brachte die wertvolle Fracht zu den Angelvereinen in ganz Mecklenburg-Vorpommern. Vor Ort wurden die Mengen sofort gewogen und an die Angler, die einen Betreuungsvertrag über bestimmte Seen abschlossen, übergeben.

Die empfindlichen Jungaale müssen nach dem Transport schnellstens wieder in ihren natürlichen Lebensbereich, einen See, zurück. Dafür trafen sich in Neustrelitz mehr als zehn Petrijünger und schwärmten sofort in alle Richtungen aus. Da die Seen nicht alle über öffentliche Wege zu erreichen sind, erfolgten zuvor Absprachen mit allen Forstämtern und Sonderfahrgenehmigungen für einige Waldwege wurden ausgegeben.

An schlammigen Stellen ausgesetzt

„Auf unsere Angler ist Verlass“, war Vereinsvorsitzender Torsten Zell sichtlich stolz. Mit dem Aussetzen der Jungtiere habe der Aal wieder gut Nachwuchs erhalten. „Hoffen wir, dass viele von den Jungfischen durchkommen, denn die natürlichen Fressfeinde kennen da kein Pardon“, erklärt Zell. Deswegen habe er seine Fünf-Kilogramm-Portion im Kleinen Drewensee an mehreren schlammigen Stellen ausgesetzt. Dort können sich die Aale gut verstecken. „Wenn wir großes Glück haben, kehren einige in vielen Jahren wieder an ihre Geburtsstätte zurück. Der Kleine Drewensee hat unter der Bahnstrecke hindurch eine Verbindung mit dem Großen Drewensee und somit zur Havel-Wasserstraße“, so Zell.

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Kommentare (1)

Grade der lange See hat keine Verbindung zum Meer die Fische können nicht zum leichen abwandern. Sie werden ausschließlich zum fangen mit der Angel in Vereinsgewässer besetzt weil diese meist sehr klein sind und keine Verbindung zum Meer besitzen mit ganz wenigen Ausnahmen.. Ich bin selber Angler und kann diesen sinnlosen Besatz einer Fischart die vom aussterben bedroht ist nicht nachvollziehen. Und hier wird von der Erhaltung der Art geschrieben. Ja es kennen sich manche Menschen aus mit der Materie!!!! Leider die Flaschen !!!