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Ein Schandfleck ist verschwunden

Nach dem Abriss des hinfälligen Wohnhauses bleibt vorerst eine Lücke in der Altstrelitzer Jakubowskistraße zurück. Ob es eine neue Bebauung gibt, das ist aktuell nicht bekannt. 
Nach dem Abriss des hinfälligen Wohnhauses bleibt vorerst eine Lücke in der Altstrelitzer Jakubowskistraße zurück. Ob es eine neue Bebauung gibt, das ist aktuell nicht bekannt. 
Martin Cords

Häuser haben ihre Geschichte – und manchmal wird sie erst erzählt, wenn das Haus schon abgerissen ist. So auch bei einem maroden Gebäude in Altstrelitz.

Das Wohnhaus in der Altstrelitzer Jakubowskistraße stand schon lange leer. Zuletzt war es so marode, dass schon Gefahr im Verzug war. Jetzt ist das Bauwerk abgerissen und damit bleibt von ihm nur ein Stück Erinnerung.

Die gibt es reichlich: Im Sommer 1911 zum Beispiel brannte es in der Altstrelitzer Predigerstraße, der heutigen Josef-Jakubowski-Straße. Zahlreiche Häuser und Gehöfte fielen dem Feuer zum Opfer. Nach sehr kurzer Bauzeit wurden die ersten neuen Häuser aus dem Boden gestampft, sie waren schnell bezugsfertig. Dazu gehörten auch die Häuser von Schlachtermeister Wesemann und Bäcker­meister Kessler, Altermann der Bäcker­innung in Strelitz. Es waren schöne Häuser; von der früheren Schloss­straße aus gesehen ein echter Blickfang am früheren Altstrelitzer Markt, der das Ortsbild prägte – bis wiederum ein Brand 1945 große Teile von Altstrelitz vernichtete. 

Eigentümer wurden nie gefunden

Zum Haus des Schlachtermeisters, der auch eine kleine Landwirtschaft betrieb,  gehörten ein Seiten- und ein Hofflügel, die schon zu DDR-Zeiten abgerissen wurden. Auf dem Grundstück wurden zahlreiche Garagen gebaut.

1960 zog der heutige Altstrelitzer Unternehmer Bernd Werdermann mit seinen Eltern in eine Erdgeschosswohnung. Er wohnte bis 1972 in dem Haus. „Eigentlich war es sehr klein und eng und vor allem dunkel, weder Sonne noch Mond schienen in die Zimmer“, erinnert er sich. Doch die Erinnerungen an Kindheit und Jugend sind wahrscheinlich für die meisten einfach nur schön, erzählt er weiter. Und so hing auch Werdermanns Herz an diesem Haus seiner Kindheit. Deshalb wollte er das Haus nach 1989 gern kaufen und umbauen. Das Vorhaben konnte jedoch nicht umgesetzt werden: Es war nie möglich, die Eigentümer ausfindig zu machen.

Werdermann hat noch eine andere Erfahrung mit dem Haus in der Jakubowski-Straße gemacht: Die Kindheit habe ihn auch dahingehend geprägt, als Bauunternehmer nur hell und freundlich zu bauen, sagt er.