Schwimmtest der Wasserwacht

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Ein Viertel der Drittklässler kann nicht schwimmen

133 Grundschüler aus Neustrelitz traten am Mittwoch zum Schwimmtest an.
133 Grundschüler aus Neustrelitz traten am Mittwoch zum Schwimmtest an.
Alexander Block

Neustrelitzer Grundschüler traten zum Schwimmtest am Glambecker See an. Dabei gab es viele Defizite. Das kann gefährlich werden, wie das Jahr 2013 zeigte.

Viele Grundschüler in Neustrelitz können nicht schwimmen. Das ist das Ergebnis des Schwimmtest, den die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes am Mittwoch mit den drei Neustrelitzern Grundschulen Kiefernheide, Daniel-Sanders und der evangelischen Grundschule am Strandbad am Glambecker See durchführte. 133 Schüler aus acht dritten Klassen nahmen daran teil, rund ein Viertel bestand den Test nicht.

„Mit dem Test wollen wir die Frage klären, wie es um die Schwimmfähigkeit von Kindern bestellt ist“, sagt Torsten Krüger von der Wasserwacht, der mit 20 ehrenamtlichen Schwimmlehrern und Rettungsschwimmern den Test organisierte. Dabei mussten die Kinder 25 Meter weit schwimmen, aus schultertiefem Wasser auf den Grund tauchen, um Sand oder einen Gegenstand hoch zu holen und einen Sprung ins Wasser vom Steg aus absolvieren. „Wir bezeichnen die Kinder als Nichtschwimmer, wenn sie eine oder mehrere Aufgaben nicht geschafft haben. Die Übungen sind nämlich Voraussetzung für das Seepferdchen“, erklärt Torsten Krüger.

Viele Badetote im Jahr 2013

Bei einem weiteren Test fielen mehr als die Hälfte der Kinder durch. Hier galt es, ruhig auf dem Rücken zu liegen und wie ein Seestern die Gliedmaßen von sich zu strecken. „Diese Übung dient dazu, die Kinder mit dem Wasser vertraut zu machen“, erklärte Krüger. Nur 44 Prozent aller Kinder schaffte den Test. „Mit diesem Ergebnis sind wir natürlich nicht zufrieden“.

Damit noch mehr Kinder schwimmen lernen und keine Angst vor dem Wasser haben brauchen, wünscht sich Krüger, dass der Schwimmunterricht an Schulen genauso wichtig wird wie Mathe oder Deutsch. „Natürlich wissen wir, dass die Schulen Probleme dabei haben, das zu organisieren. Sei es bei den Kosten oder der Anfahrt. Aber mit der Anlage am Glami haben wir hier optimale Bedingungen“, so Krüger.

Die Wasserwacht führte den Schwimmtest mittlerweile im fünften Jahr durch. Die Idee kam den Rettern im Jahr 2013, einem Jahr mit vielen Badetoten. Neben dem Schwimmtest lernten die Schüler auch Baderegeln. Dass sich der Einsatz auszahlt, belegt ein Blick in die Statistik. So stieg die Zahl der Neustrelitzer Schüler, die in der dritten Klasse schwimmen können, von 61 Prozent in 2013, auf nunmehr 75 Prozent an.