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Eine besondere Art, der Gefallenen zu gedenken

Joachim Thal zwischen den beiden Denkmalen auf dem russischen Friedhof in Mirow. Rechts das deutsche Ehrenmal, links das russische.
Joachim Thal zwischen den beiden Denkmalen auf dem russischen Friedhof in Mirow. Rechts das deutsche Ehrenmal, links das russische.
Susanne Böhm

In Mirow stehen ein deutsches und ein russisches Ehrenmal ganz dicht beieinander. Warum? Mirows ehemaliger Pastor Joachim Thal hat dafür schon mal eine Erklärung.

Auf dem Ehrenfriedhof für russische Soldaten in Mirow steht etwas Besonderes: Ein Denkmal für im Ersten Weltkrieg gefallene Mirower und nur wenige Meter daneben ein Denkmal für russische Soldaten des Zweiten Weltkrieges. Ein deutsches und ein russisches Denkmal auf dem selben Friedhof so dicht beieinander – das gibt es wirklich selten. Mirows ehemaliger Pastor Joachim Thal hat sich schon oft Gedanken über die ungewöhnliche Konstellation gemacht.

Warum wurde nach dem Zweiten Weltkrieg für das russische Mahnmal ausgerechnet der Platz gewählt, an dem schon das deutsche stand? Der Pastor vermutet ganz pragmatische Gründe. „Als man in den Wirren des Kriegsendes einen Platz suchte, um gefallene russische Soldaten zu begraben und ein Denkmal zu bauen, fand sich mitten in der Stadt kein besserer als der am deutschen Ehrenmal.“ Sicher ist sich Joachim Thal aber nicht. Es gibt zu viele offene Fragen und fast keine Aufzeichnungen. „Ewige Ruhe den Helden, Gefallen im Kampf für die Freiheit unseres sowjetischen Landes“, steht in kyrillischer Schrift auf dem Stein. Mehr nicht. Die Inschrift auf dem deutschen Monument ist dagegen stark verwittert, kaum leserlich. Aus heutiger Sicht betrachtet, findet Joachim Thal die Art und Weise, der Kriegstoten zweier Länder an ein und dem selben Platz zu gedenken, würdig und angemessen.