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Einen Wander-Weg am Wasser gibt es nicht

Breit genug für einen Trampelpfad ist der Uferweg allemal. Aber ein Zaun versperrt den Weg.
Breit genug für einen Trampelpfad ist der Uferweg allemal. Aber ein Zaun versperrt den Weg.
Susanne Böhm

Ein Zaun versperrt den Streifen zwischen der Woblitz und der neuen Eigenheimsiedlung. Nicht einmal einen Trampelpfad sollen sich Spaziergänger bahnen – zu ihrem eigenen Schutz.

In Wesenbergs neuem Eigenheimgebiet am Woblitz-See sind noch nicht einmal alle Häuser fertig, da sorgt die Siedlung erneut für Empörung. Am Seeufer, wo viele Wesenberger gern einen Spazierweg hätten, steht nämlich ein Zaun. Der Zugang zum See bleibt somit den Grundstücksbesitzern vorbehalten. Die Öffentlichkeit muss draußen bleiben. Das stört Volker Peters gewaltig.

Der 73-Jährige wohnt seit zwölf Jahren ganz in der Nähe und bedauert es, dass nicht jeder ans Ufer kommt. „Es kann doch nicht sein, dass der Seezugang nur fünf Privilegierten bleibt. Zwischen den Grundstücken muss doch wenigstens die Möglichkeit für einen Trampelpfad bleiben, damit alle Leute den Seeblick genießen können.“ Bereits im vergangenen Jahr hat er gegen den Bebauungsplan Einspruch erhoben und einen Weg gefordert. Damals hatte ihm das Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte schriftlich mitgeteilt, dass es denkbar ist, dass ein Trampelpfad entsteht. Aber der Zaun macht das unmöglich.

Volkers Peters wohnt selbst am See, zwischen seinem Grundstück und dem Ufer gibt es einen öffentlichen Weg. Und ihn, so sagt er, stört das überhaupt nicht. Er hofft, dass die Stadt den Zaun abbaut und den Uferstreifen freigibt.

Gefährliche Löcher

Das aber, sagt Wesenbergs Bürgermeister Helmut Hamp (BfW), ist nicht vorgesehen. Im Gegenteil. Er sei verpflichtet, dafür zu sorgen, dass dort niemand entlang geht. Der Uferstreifen sei zwar öffentlich, werde vom Wasser- und Schifffahrtsamt Eberswalde verwaltet, es sei jedoch gefährlich, sich dort aufzuhalten.

Der Streifen sei zu den Zeiten eingerichtet worden, als sich noch die Holzindustrie auf dem Gelände befand. „Die Fläche ist durch Vermüllung und Verkippung von Abfällen entstanden.“ Anders als die Bauflächen sei die Uferzone nicht saniert, sondern nur oberflächlich geebnet worden. Niemand wisse, welche nicht verfüllten Kellerlöcher und Hohlräume sich unter der Oberfläche befinden. Es sei nicht auszuschließen, dass sich die Löcher auftun und jemand hineinfallen könnte. Wegen dieser Gefahren habe die Stadt bereits im Jahr 2003 den Zaun gezogen und habe nicht vor, ihn zu entfernen.