TOURISMUS

Einstige Nerzfarm soll Paintball-Arena werden

Ein Investor hat Interesse an der leer stehenden Pelztierfarm zwischen Wesenberg und Zirtow angemeldet. Er will das Areal zu einer Sportanlage umbauen.
Mit den alten Ställen, in denen die Nerze in Käfigen gehalten wurden, lässt sich nicht mehr viel anfangen. Ein Investor kann sich aber gut vorstellen, den Standort zu einer Freizeitanlage für Paintball-Spieler zu entwickeln.
Mit den alten Ställen, in denen die Nerze in Käfigen gehalten wurden, lässt sich nicht mehr viel anfangen. Ein Investor kann sich aber gut vorstellen, den Standort zu einer Freizeitanlage für Paintball-Spieler zu entwickeln. Archiv Nordkurier
Wesenberg.

Was ist damit noch anzufangen? Viel nicht mehr. So wird mancher wohl über die leer stehende Nerzfarm bei Wesenberg gedacht haben. Doch jetzt wurde während der jüngsten Stadtvertretersitzung in Wesenberg über die Pläne eines Investors informiert. Ein Interessent will das Areal umnutzen. Er hat vor, an Ort und Stelle ein Sport- und Freizeitgelände entstehen zu lassen.

Konkret gehe es um einen sogenannten Paintballplatz, erklärte Wesenbergs Bürgermeister Helmut Hamp (BfW). Beim Paintball oder Gotcha handelt es sich um ein Spiel, bei welchem Teams in einer Arena gegeneinander antreten. Die Teilnehmer sind mit Druckluftgewehren bewaffnet. Scharf geschossen wird aber nicht. Wie die englische Bezeichnung erahnen lässt, ballern die Spieler mit Farbkugeln aufeinander. Manche Fans betreiben Paintball als Mannschaftssportart. Es gibt sogar eine Bundesliga und mehrere Unterligen in Deutschland.

Angebot auch außerhalb der Saison interessant

Auf dem Gelände zwischen Wesenberg und Zirtow sollen mehrere Spielfelder entstehen. Die Pläne des Investors wurde in der Stadt bereits im Haupt- und im Bauausschuss beraten, wo sie jeweils auf Zustimmung stießen. Eine Paintball-Arena könne in der Tourismusregion nicht nur eine Bereicherung für die Urlauber, sondern auch für Einheimische sein, hieß es. Für den Tourismus könnte das Freizeitangebot zudem eine Saison verlängernde Komponente darstellen.

Auch wenn am Ende die Stadtvertretung dem Vorhaben ebenso grünes Licht erteilte, so hängt davon letztlich aber nicht die Umsetzung ab. „Wir stehen dem Vorhaben positiv gegenüber, aber allein mit einer Nutzungsänderung ist es nicht getan“, erklärte Martin Bork von der Fraktion BfW/Grüne. So müsse auch noch eine geänderte Bauplanung für das derzeit noch landwirtschaftlich genutzte Areal im Außenbereich angeschoben werden. Die bauliche Seite allerdings sei eine Entscheidungssache der Baubehörde beim Landkreis. Trotz der bisher ungelösten Frage solle das Vorhaben aus Wesenberger Sicht unterstützt werden. „Das ist doch allemal besser, als wenn dort wieder Massentierhaltung passieren würde“, so Bork.

Unternehmen war eine der letzten Nerzfarmen Deutschlands

Mit ihrem Einvernehmen will die Stadt Wesenberg so auch signalisieren, dass sie die Pläne des Investors begrüßt. „Das könnte eine Attraktion werden und zugleich werden Altlasten auf dem Gelände entfernt“, hob Heino Rechlin (Die Linke) hervor. Denn als Spielfläche sollen natürlich nicht die maroden Stallanlagen herhalten, sondern ist der Neubau von Spielfeldern geplant. Auf dem Areal war zuvor eine Pelztierzucht ansässig. Es handelte sich um eine der letzten Nerzfarmen Deutschlands. Der Betrieb wurde nach langen Protesten und Klagen von Tierschützern Ende vorigen Jahres eingestellt. Das war das Ergebnis eines Vergleichs, der letztlich mit dem Betreiber der Nerzfarm geschlossen wurde.

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Kommentare (2)

Ich hätte mir gewünscht das dieses Arial beräumt und wieder aufgeforstet wird. Paintball ist genauso ein Sondermüll. Dieses ehm. Tier-KZ ist die reinste Asbesthölle und nun produziert man dort demnächst noch tonnenweise Micro-Plastik. Zum Schluß kann man diese Liegenschaft, nur noch als Sondermüll- Deponie ausweisen.

Die Vorstellung einer Paintball-Arena auf diesem Gelände ist doch schräg. Dieses Gelände wurde Jahre lang durch die Nutzung der Pelz Farm so geschädigt. Die Böden sind belastet durch die Ausscheidungen der Pelztiere, div. Mittelchen gegen Ungeziefer und die Verwendung von Wellasbest setzt dem ganzen noch das Krönchen auf. Wie soll dort eine Nutzung für Freizeit-Spaß möglich sein? Wer sagt uns, dass der Betreiber nicht weiteren Sondermüll im Erdreich entsorgt hat und dieser doch weitgehender geschädigt ist als gedacht?

Ich bin neben diesem Monster namens Pelztierfarm aufgewachsen, wir haben die Gerüche ertragen müssen, da kann mir niemand erzählen, dass der Boden soweit abgetragen werden kann, dass dieser bedenkenlos genutzt werden kann.

Wenn auf der Liegenschaft wirklich eine Paintball-Arena entstehen sollte, wie sollen die Besucher dort hingelangen? Es fahren nur noch wenige Busse die Strecke, es gibt keine Anbindung an die laufende Bahnstrecke Wesenberg - Mirow!? Somit müssen Parkflächen geschaffen werden, damit die Besucher der Arena Ihre Fahrzeuge abstellen können, wuhu noch mehr Beton im schönen Wald - klasse Nutzung, freut sich die Tierwelt sicher sehr drüber.

Wurden die Menschen, die in der Nähe der Liegenschaft leben, zu dieser Vorstellung vom Betreiber mal gefragt wie die Idee dort ankommt? Die Menschen die dort leben, haben sich über Jahre Ihre Häuser, Ihre Grundstücke mit viel Liebe zum Detail ausgebaut und laufen nun Gefahr, dass genau diese Grundstücke von Touristen ohne Rücksicht in Mitleidenschaft gerissen werden? Noch mehr Müll im Wald, da es ja nicht schon ausreichend Menschen gibt die Ihren Müll widerrechtlich im Wald entsorgen! Ist das die Vorstellung einer guten Nachbarschaft? Denn jede Tourismusattraktion benötigt schließlich auch eine Gastronomie und in dieser erwarten viele dann auch den Ausschank von Getränken mit Alkohol und wir wissen alle, dass es immer Leute gibt die darauf nicht gut reagieren und dieses ggf. durch Vandalismus ausleben - ganz toll.

Eines muss man jedoch sagen, es ist schön, dass man sich von Seitens der Stadt immerhin schon mal gegen weitere Massentierhaltung ausspricht. Jedoch sollte man die Pläne für die Arena genau überdenken und mit Bedacht handeln. Nicht das nur mal eben so alles freigegeben wird und dann festgestellt wird, oh gibt ja doch vieles was nicht Bedacht wurde.

Die Vorstellung von "Lisa.Freier1" in Punkto Aufforstung finde ich gut. Wir sollten unsere Flächen nicht einfach nur ausnehmen bis Sie ganz am Ende sind. Zumal es genügend Flächen im Kreis Neustrelitz, Wesenberg, Mirow und Co. gibt wo eine Paintball-Arena viel wirtschaftlicher wäre. Da dort die Anbindungen durch die ÖVP´s eher umsetzbarer scheinen als die Liegenschaft in Siedenheide.