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Eltern fordern Kehrtwende bei kreislicher Musikschulpolitik

Eltern und ehemalige Schüler befürchten, dass sich durch die Spar-Pläne des Landrats bald nur noch reiche Eliten den Unterricht an der kreislichen Musikschule Kon.centus leisten können.
Eltern und ehemalige Schüler befürchten, dass sich durch die Spar-Pläne des Landrats bald nur noch reiche Eliten den Unterricht an der kreislichen Musikschule Kon.centus leisten können.
Andrea Dittmar

Protest! Landrat Heiko Kärger bekommt es mit erzürnten Eltern aus Mecklenburg-Strelitz zu tun. Sie wehren sich gegen die Pläne des Landkreises, das Musikschulangebot in der Region auszudünnen.

Gegen die geplanten Vertragsveränderungen für Honorarlehrer an der Musikschule Kon.centus regt sich weiter Protest. Für Donnerstag ist Nordkurier-Informationen zufolge um die Mittagszeit ein Flashmob auf dem Neustrelitzer Marktplatz angekündigt. Eltern und ehemalige Schülerinnen und Schüler der Musikschule haben sich außerdem mit einem offenen Brief an Landrat Heiko Kärger (CDU) gewandt. Mit aller Entschiedenheit protestieren sie darin gegen die neuen Verträge für die Honorarkräfte der Kreismusikschule des Landkreises. Aus Sicht der zahlreichen Briefunterzeichner kommt die vom Landkreis geplante Vertragsgestaltung einem weiteren Abbau der kulturellen Versorgung in der Region gleich.

"Die Honorarkräfte leisten inzwischen einen Großteil der Arbeit an den Kreismusikschulen, das bedeutet, viele der angebotenen Instrumente, werden von ihnen unterrichtet", heißt es in dem Brief. Die Unterzeichner erinnern daran, dass in der Vergangenheit die Zahl der fest angestellten Lehrkräfte bereits systematisch abgebaut wurde."Mit den neuen Verträgen, die unter anderem die Zahl der Wochenstunden der Betroffenen auf 15 begrenzt, werde das Angebot weiter reduziert. Damit entfallen Leistungen, die nicht nur den einzelnen Schülern, sondern durch die vielen Auftritte auch der Öffentlichkeit zugute kommen.

Mit Angeboten, einen Teil der Stunden über die Musikschule Malchin abzurechnen, werde das Problem nur kaschiert. Entgegen allen Beteuerungen sei auch davon auszugehen, dass sich die Wartelisten verlängern werden. Die Briefunterzeichner befürchten zudem, dass mit der weiteren Reduzierung der Ausgaben für solche Bildungsangebote eine musikalische Bildung nur noch für die Eliten bezahlbar wird, die sich Privatunterricht leisten können. Landrat Kärger wird nun aufgefordert, die Verträge zurückzunehmen und künftig eine Politik zu betreiben, die die Musikschule attraktiv und bezahlbar macht.