Grundschule Mirow

Eltern sauer über geplante Versetzung einer Pädagogin

Die pädagogische Fachkraft an der Mirower Grundschule ist nicht mehr wegzudenken. Nun ändert das Schulamt den Stellenplan – zulasten der Mirower Schule.
Nach den Sommerferien soll es an der Mirower Grundschule keine pädagogische Fachkraft mehr geben.
Nach den Sommerferien soll es an der Mirower Grundschule keine pädagogische Fachkraft mehr geben. Tobias Lemke
Mirow

Die Grundschule Regenbogen in Mirow soll ihre unterstützende pädagogische Fachkraft (UPF) hergeben. Das Staatliche Schulamt in Neubrandenburg will, dass die Mitarbeiterin an einen anderen Schulstandort versetzt wird. Die Pläne kamen jüngst bei der Schulkonferenz mit Elternvertretern vom Schulförderverein und mit Amtsvorsteher Heiko Kruse (CDU) zur Sprache. Das Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte ist Träger der Schule.

„Diese Entscheidung erscheint geradezu grotesk“, schreibt Julia Berdermann, Vorsitzende des Schulfördervereins in einem offenen Brief ans Schulamt. Gerade vor dem Hintergrund der letzten Wochen, in denen der Unterricht aufgrund der Pandemie-Einschränkungen alles andere als geregelt ablief, sei damit zu rechnen, dass es künftig einen erhöhten Unterstützungsbedarf gebe. „Die UPF sichert wahnsinnig viel ab“, sagt Berdermann. Streitschlichtung, Unterrichtsunterstützung oder Betreuung von Schulprojekten seien nur einige von vielen Dingen. Letztlich sei auch das pädagogische Konzept an der Schule darauf ausgelegt, dass es eine unterstützende Fachkraft gibt.

Die Fördervereinsvorsitzende macht zudem darauf aufmerksam, dass dank der Fachkraft eine Schülerbetreuung zwischen den Buszeiten und dem Unterrichtsbeginn beziehungsweise -ende gewährleistet werden kann. So gebe es zum Beispiel Grundschüler, die morgens schon um 6.40 Uhr mit dem Bus ankommen, obwohl die Schule erst gut eine Stunde später losgeht. Ähnlich sei die Situation für einige Schüler am Nachmittag, erklärt Berdermann.

Bildungsministerium prüft den Fall noch

Die von oben angeordnete Versetzung sollte auch Gesprächsgegenstand im Amtsausschuss am Montagabend werden, erklärte Amtsvorsteher Kruse am Nachmittag auf Nordkurier-Nachfrage. Demnach wollen sich Amt und die Stadt Mirow dafür einsetzen, dass die UPF der Grundschule erhalten bleibt. „Klar ist es eine kleine Schule, deswegen kann hier aber nicht alles weggestrichen werden“, so Kruse. Wirkliches Mitspracherecht habe man jedoch nicht. Beim Personal sei das Amt nur fürs Sekretariat und den Hausmeisterposten zuständig.

Was die Gründe der Versetzung betrifft, gibt es vom Schweriner Bildungsministerium dazu keine Antwort. Das Ministerium prüfe derzeit den Einsatz einer unterstützenden pädagogische Fachkraft in Mirow, heißt es nur kurz und knapp. „In dieser Woche finden Gespräche mit den Beteiligten statt“, so Ministeriumssprecher Henning Lipski.

Mirow sei ein schönes Städtchen, sagt Julia Berdermann, aber für Kinder seien die Angebote eben überschaubar. „Man darf dieser Region nicht noch mehr wegnehmen“, fordert sie. Zumal die UPF-Stelle aus der Schulsozialarbeiter-Stelle hervorging, und die wurde einstmals nur mithilfe vom Schulförderverein geschaffen. Da würde die jetzige Entscheidung umso mehr ärgern.

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