MILLIONENPROJEKT

Entwurf für Neustrelitzer Schlossturm wird vorgestellt

Für das Millionenprojekt hofft die Stadt auf nichtzurückzahlbare Fördermittel. Fördertöpfe sollen bei Bund und Land angezapft werden.
Der Schlossberg liegt hier noch im Winterschlaf. Das Bild entbehrt aber auch nicht einer Symbolik, schon lange wird um die Ges
Der Schlossberg liegt hier noch im Winterschlaf. Das Bild entbehrt aber auch nicht einer Symbolik, schon lange wird um die Gestaltung des Areals gerungen. Nordkurier-Archiv
Neustrelitz ·

Der Schlossturm: Ein Entwurf für das städtische Millionenprojekt wird heute auf der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bau der Stadtvertretung Neustrelitz erstmals öffentlich präsentiert. Der Vorentwurf liegt als Ergebnis der Vorplanung bereits seit Dezember 2020 als Grundlage zur Beantragung von Fördermitteln vor. Die öffentliche Präsentation im Fachausschuss konnte im Dezember 2020 und Januar 2021 wegen des Corona bedingten Sitzungsausfalles nicht wie ursprünglich vorgesehen stattfinden, hieß es am Dienstag aus dem Neustrelitzer Rathaus.

Im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens hatte die Stadt Neustrelitz im August 2020 die Arbeitsgemeinschaft Freier Architekten Mikolajezyk, Kessler, Kirsten aus Schwerin beauftragt, Planungsunterlagen in Anlehnung an das Original zu erarbeiten. Außerdem wurden eine Kostenschätzung und ein Terminplan mit den wesentlichen Vorgängen des Planungs- und Bauablaufes erarbeitet. Der Bund und das Land MV haben signalisiert, das Investitionsvorhaben auf dem Schlossberg mit nicht zurückzahlbaren finanziellen Mitteln zu unterstützen.

Mittel im Bundeshaushalt vorgesehen

Der Deutsche Bundestag hat in seiner Sitzung am 11. Dezember 2020 den Bundeshaushalt 2021 beschlossen. Darin sind im Haushaltsplan der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien Mittel für ein Einzelprojekt „Schlossturm Neustrelitz“ vorgesehen. Wie die Bundesbehörde am 21. Januar mitteilte, wurde mit der Beschlussfassung lediglich eine Ausgabeermächtigung erteilt. Für die Förderung der Baumaßnahme, einschließlich der Prüfung und Bewilligung, ist ein mehrstufiges Entscheidungsverfahren erforderlich. Erster Schritt dieses Verfahrens ist eine „Formlose Anfrage“ beim Bund, die zurzeit durch die Stadt Neustrelitz vorbereitet wird.

Parallel dazu hat Bürgermeister Andreas Grund den Finanzminister des Landes MV, Reinhard Meyer, um einen zeitnahen Gesprächstermin zum Antragsverfahren beim Land M-gebeten. Für die erforderlichen Abstimmungen zur Finanzierung und Umsetzung des Bauvorhabens wird außerdem eine Fördergeberkonferenz stattfinden.

Kosten von bis zu 7 Millionen Euro geplant

Die geschätzten Kosten für einen Schlossturm-Neubau betragen nach derzeitigem Planungsstand etwa 6,5 bis 7 Millionen Euro. Mit einem Neubau kann erst nach Vorliegen einer Baugenehmigung, eines beschlossenen Kosten- und Finanzierungsplanes – einschließlich Bewilligungsbescheiden für Fördermittel – sowie einer Auftragsvergabe nach europaweiter Ausschreibung begonnen werden.

Neben dem Neubau des Schlossturms durch die Stadt Neustrelitz wird das Land Mecklenburg-Vorpommern das frühere Schlossareal, einschließlich der ehemaligen Schlosskeller, neu gestalten. Wegen der Einsprüche aus Stadtvertretung und Residenzschlossverein gegen die Ergebnisse des öffentlichen Wettbewerbsverfahrens und Planungen des Landes auf dem Schlossberg war insgesamt zwei Jahre lang ein Bau- und Planungsstopp seitens des Landes ausgesprochen worden.

Erst am 18. Dezember 2019 legte die Vereinbarung zwischen der Stadt Neustrelitz und dem Land M-V die Grundlage dafür, dass die Planung des Landes fortgesetzt und der städtebauliche Missstand auf dem Schlossberg im Zusammenwirken von Land und Stadt beseitigt werden kann. Corona bedingt musste die Anlaufberatung für die Weiterplanung vom März auf Juni 2020 verlegt werden. Daran nahmen Vertreter des Landes, der Stadtverwaltung sowie für die Stadtvertretung Stadtpräsident Ernst August von der Wense und der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung und Bau Helge Oehlschläger teil.

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Kommentare (2)

Warum sollen wir alle dafür in unsere Tasche greifen, warum bezahlt die Stadt bzw. warum bezahlen das die Neustrelitzer nicht selbst?

Eine europaweite Ausschreibung? Am Ende baut man wie auf dem Flughafen BER und es wird das nächste Millionengrab werden.