TOD IM WALD

▶ Erste grausame Details über die Leichen von Neustrelitz

Ein 63-Jähriger entdeckte die Leichen neben dem Immergut-Gelände bei Neustrelitz nur durch einen Zufall. Was er im Wald gesehen hat, lässt einen erschaudern.
Die Leichen lagen in einem hergerichtetem Lager aus Ästen und Büschen.
Die Leichen lagen in einem hergerichtetem Lager aus Ästen und Büschen. Robin Peters
Das Tier überlebte nicht.
Die Ortsfeuerwehr Strelitz-Alt unterstützte die Polizisten nach dem Leichenfund in einem Wald bei Neustrelitz. Susan Ebel
Die Ortsfeuerwehr Strelitz-Alt unterstützte die Polizisten nach dem Leichenfund in einem Wald bei Neustrelitz.
Die Ortsfeuerwehr Strelitz-Alt unterstützte die Polizisten nach dem Leichenfund in einem Wald bei Neustrelitz. Susan Ebel
Der Einsatz im Wald bei Neustrelitz zog sich über viele Stunden.
Der Einsatz im Wald bei Neustrelitz zog sich über viele Stunden. Robin Peters
Der Einsatz im Wald bei Neustrelitz zog sich über viele Stunden.
Der Einsatz im Wald bei Neustrelitz zog sich über viele Stunden. Robin Peters
Neustrelitz.

Die Gesichtszüge der Leichen aus dem Wald in Neustrelitz hat der Finder noch immer vor Augen: Gekrümmt hockte eine tote Person in einem aus Gestrüpp hergerichtetem kleinen Lager. Neben ihr lag die andere Leiche flach auf dem Boden. Jede Menge Geäst bedeckte den Körper. Handtücher und ein Koffer waren zwischen ihnen verteilt. An einer Leiche fiel dem 63-jährigen Neustrelitzer – der anonym bleiben will – ein Knochen ins Auge. Dort war die Kleidung hochgerutscht. Die Haut über dem Knochen war in einem dunklen Orange-Ton gefärbt. Auch den süßlichen Verwesungsgeruch konnte er am Fundort am nächsten Morgen noch immer riechen.

Der Hund zog wild an der Leine

Gefunden hat der Neustrelitzer die Toten am Donnerstagnachmittag nur, weil er ausnahmsweise eine andere Route seines regelmäßigen Spazierweges nahe des Bürgerseewegs einschlug. Plötzlich zog sein Hund wild an der Leine, als ob er ihm etwas zeigen wollte. Kurze Zeit später fand der elfjährige Deutsch-Drahthaar die beiden Körper in dem Verschlag. Nur hatte der Rentner keinen Handyempfang und musste die Polizisten abseits des Platzes empfangen und zum Fundort führen. Verwunderlich: Nur etwa zehn Meter vom kleinen Lager entfernt ist deutlich eine Spur von Wildschweinen zu erkennen. Doch gefressen haben die Tiere die Menschen offenbar nicht.

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Die Toten stammen wohl nicht aus der Region

Bedrücken tun die Erinnerungen den Neustrelitzer aber nicht – er ist nach eigener Aussage nicht empfindlich. Die Polizei bot ihm noch psychologische Betreuung an. Doch die lehnte er ab. Nur sein Hund sprang am Morgen noch äußerst aufgeregt umher. Sicherheitshalber hielt der Nordkurier-Leser ihn vor Fremden eng an der Leine.

Mittlerweile wurde in verschiedenen Medienberichten bekannt, dass anhand von Ausweisen der Toten schon die Identität der beiden festgestellt werden konnte. Offenbar stammen sie nicht aus der Region. Die Polizei kann diese Vermutungen aber noch nicht bestätigen. „Wir schließen nichts aus”, so Claudia Tupeit vom Polizeipräsidium Neubrandenburg.

Obduktion muss abgewartet werden

Die Todesursache sei entgegen diversen Behauptungen noch nicht klar bestimmt worden. Zunächst würden die Ergebnisse der Obduktion abgewartet – diese hatte die Staatsanwaltschaft Neubrandenburg noch in derselben Nacht angeordnet. Mindestens bis Freitagmittag dauere die Prozedur an. Immerhin müssten die Beamten gleich zwei Körper rechtsmedizinisch untersuchen.

Feuerwehr war sieben Stunden lang im Einsatz

Nachdem die Leichen in diese Woche neben dem Gelände des Immergut-Festivals gefunden wurden, hatten die Einsatzkräfte Mühe, an die Körper heranzukommen. Die Ortsfeuerwehr Strelitz-Alt unterstützte nach eigenen Angaben fast sieben Stunden lang die Beamten von Mordkommission, Kriminalpolizei und Gerichtsmedizin. So leuchteten sie den Fundort aus und befreiten den Platz unter anderem mit einer Kettensäge von Unterholz.

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Zwar ist die Todesursache in diesem Fall noch nicht geklärt, aber erlauben Sie uns dennoch folgenden Hinweis: Im Normalfall berichtet der Nordkurier nicht über Selbsttötungen. Ausnahmen bilden unter anderem Fälle, die sich in der Öffentlichkeit abspielen und die somit von vielen Menschen beobachtet werden.

Falls Ihre eigenen Gedanken darum kreisen, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie mit anderen Menschen darüber! Es gibt zahlreiche, auch anonyme Hilfsangebote. Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr erreichbar unter 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222. Der Anruf ist kostenlos und taucht nicht in der Telefonrechnung auf.

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