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Erstmals Bürgerbegehren in Neustrelitz

In Neustrelitz wird es erstmals seit 1990 ein Bürgerbegehren geben. Die Texte für die Unterschriftenlisten werden zurzeit erarbeitet.
In Neustrelitz wird es erstmals seit 1990 ein Bürgerbegehren geben. Die Texte für die Unterschriftenlisten werden zurzeit erarbeitet.
Repro: Nordkurier

Das Theaternetzwerk beschreitet neue Wege. Die wahlberechtigten Einwohner der Stadt können sich jetzt selbst stark machen für den Erhalt der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz.

Das gab es seit 1990 noch nicht in Neustrelitz: Erstmals wird in der Residenzstadt ein Bürgerbegehren abgehalten. Es hat den Erhalt der Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz zum Ziel. Damit machen die Kulturaktivisten aus dem Theaternetzwerk eine schon länger kursierende Ankündigung wahr. Auslöser für diesen Schritt sind  Informationen, die jüngst aus der Landeshauptstadt kamen: Demnach möchte Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) offenbar nach wie vor seine eigene Theaterreform, die ein Theaterkombinat "Staatstheater Nordost" mit Sitz in Stralsund zur Folge hätte, durchsetzen. Dabei gibt es - parlamentarisch abgesegnet - aus allen an diesem Prozess beteiligten Kommunen den Willen nach einer Weiterverfolgung von Alternativen zu einem Staatstheater Nordost. "Dieser Bürgerwille wird offenbar ignoriert", mutmaßt Theaternetzwerker Christoph Kurzweil, der zusammen mit weiteren Neustrelitzern mit seinem Namen für den Antrag auf das Bürgerbegehren steht.

Die ersten  Unterschriften für das Bürgerbegehren sollen am kommenden Freitag eingeworben werden. Benötigt werden rund 2000 Stimmen. Teilnehmen können alle wahlberechtigten Neustrelitzer, die älter als 16 Jahre sind. Kommen die benötigten Stimmen zusammen, muss sich die Stadtvertretung mit dem Thema beschäftigen. Lehnt sie das Bürgerbegehren ab, kommt es zu einem Bürgerentscheid, bei dem die Einwohner von Neustrelitz in einer weiteren Abstimmung für den Erhalt der TOG stimmen können. Parallel zu dem Bürgerbegehren hat das Theaternetzwerk angekündigt, weiter an einer Alternative zu dem von Kultusminister Brodkorb favorisierten Staatstheater Nordost zu arbeiten. Die Bürgerinitiative wünscht sich hier die Beteiligung an einem runden Tisch mit Vertretern der theatertragenden Kommunen und der Landesregierung, wie Netzwerker Marco Zabel dem Nordkurier sagte. Das Land will die Theaterlandschaft langfristig neu gestalten. Bislang ist strittig, wie das finanziell für alle Beteiligten tragbar gestaltet werden kann. Neustrelitz müsste nach den jetzigen Plänen der Landesregierung die meisten Verluste hinnehmen. Unter anderem würde es sein Musiktheaterensemble und die Tanzkompanie verlieren.