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Wald-Sperrung

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Eulen-Knöllchen für Parksünder im Nationalpark

Wer sein Auto am Waldrand oder auf Wiesen abstellt, muss mit einem Nationalpark-Knöllchen hinter dem Scheibenwischer rechnen. Verstöße gegen die Allgemeinverfügung werden mit bis zu 5000 Euro geahndet.
Wer sein Auto am Waldrand oder auf Wiesen abstellt, muss mit einem Nationalpark-Knöllchen hinter dem Scheibenwischer rechnen. Verstöße gegen die Allgemeinverfügung werden mit bis zu 5000 Euro geahndet.
Grafik: Müritz-Nationalpark

Waldbrandwarnstufe 5, Betreten der Wälder verboten – und trotzdem wird in Wäldern immer noch geraucht und sogar gegrillt. Dabei besteht Gefahr für Leib und Leben.

Die Lage in den Strelitzer Wäldern spitzt sich zu. Zwar hat es am Mittwoch stellenweise geregnet, doch die Wassermenge war sehr gering, hat den Waldboden kaum erreicht und ist schnell wieder verdunstet. Das Leitforstamt Mirow hat auch für heute erneut die höchste Waldbrandwarnstufe 5 ausgerufen.

Abgesehen von Wegen und Straßen bleibt das Betreten der Wälder verboten. Außerdem ist in einem Abstand von 50 Metern vom Wald entfernt das Rauchen untersagt, Grills oder Lagerfeuer natürlich auch, sagt Nationalpark-Sprecherin Ulrike Schade. Autos dürfen nicht an Waldrändern oder auf Wiesen geparkt werden, denn durch den heißen Auspuff kann sich das trockene Gras leicht entzünden.

Förster und Ranger kontrollieren

Die Ranger im Müritz-Nationalpark und im Naturpark Feldberger Seenlandschaft und die Revierförster der Forstämter kontrollieren, ob das Verbot eingehalten wird. „Axel Griesau vom Naturpark Feldberger Seenlandschaft ist mit seinen Kollegen für 345 Quadratkilometer zwischen Woldegk und der Grenze zu Brandenburg zuständig.

„Rauchen ist nach wie vor gang und gäbe, es ist schlimm. Wir können leider nicht überall sein“, sagt er. Die Naturpark-Ranger konzentrieren sich auf Stellen, die bei Schwarzcampern als Nachtlager oder bei Wasserwanderern als Rastplatz beliebt sind. „Lagerfeuer oder andere richtig krasse Fälle haben wir zum Glück noch nicht erlebt. Viele Urlauber und Einheimische halten sich an die Regeln.“

Ähnlich sieht es im Müritz-Nationalpark aus. „Derzeit wird das Wegegebot in der Regel gut eingehalten – es gibt auch wenig Grund, in den Wald zu gehen, da keine beziehungsweise wenige Pilze und Beeren bei der Trockenheit wachsen“, sagt Ulrike Schade. Problematischer seien die in Wäldern gelegenen Badestellen. „Da gibt es Raucher und vereinzelt auch Grillstellen, die nicht zulässig sind.“

Meteorologe warnt vor Brandgefahr im Wald

Wer sein Auto wild abstellt, müsse mit einem sogenannten Eulen-Knöllchen des Nationalparks hinter dem Scheibenwischer rechnen. Solche Verstöße werden laut Ulrike Schade mit Bußgeldern bis zu 55 Euro geahndet. Wer sogar ein Feuer anzündet, bekomme Strafen bis zu 5000 Euro.

Laut Matthias Habel, Meteorologe bei WetterOnline, „ist der Mensch für den Wald derzeit die größte Gefahr. Der weitaus größte Teil der Waldbrände in Deutschland entsteht durch Unachtsamkeit und Brandstiftung.“ Er weist darauf hin, dass rauchende Autofahrer auch während der Fahrt auf befestigter Straße die Waldbrandgefahr nicht vergessen dürfen. „Zigaretten, die auf die Straße geworfen werden, werden leicht vom Wind in die trockene Vegetation geweht und können dort in Sekunden ein Feuer entzünden. Auch Flaschen und Glasscherben dürfen nicht im Wald zurückgelassen werden.“

Neben der Vernichtung einer unverzichtbaren Lebensgrundlage der Menschen, Tiere und Pflanzen stellt ein Waldbrand laut Nationalparkamt auch eine akute Gefahr für Leib und Leben der Anwohner und der Waldbesucher dar.