PILZVERGIFTUNG MACHT WACHSAM

Fataler Unterschied zwischen Morchel und Lorchel

Der Genuss von Speise­morcheln brachte zwei Neustrelitzer ins Krankenhaus. Der Feldberger Experte Udo Hopp erklärt, wie man so etwas vermeidet.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Pilzberater Udo Hopp zeigt eine Lorchel, die an ihren hirn- und wurmartigen Windungen zu erkennen ist. Dieser Pilz ist giftig.
Pilzberater Udo Hopp zeigt eine Lorchel, die an ihren hirn- und wurmartigen Windungen zu erkennen ist. Dieser Pilz ist giftig. privat
Feldberg.

Es ging ihnen richtig schlecht, inzwischen sind sie aber auf dem Weg der Besserung: Die beiden Pilzsammler, die sich jüngst mit Speisemorcheln vergiftet hatten und im Krankenhaus in Neustrelitz behandelt wurden, sind bald wieder gesund. Das freut den Feldberger Pilzberater Udo Hopp. Der vom Landkreis be­auftragte Pilzsachverständige bestimmte für die Ärzte und Krankenschwestern die Pilzart, die bei ihren Patienten schwere Margen-Darm-Probleme verursacht hatten. „Das war wichtig, damit die Ärzte wussten, was sie tun sollten.“ Auch aus wissenschaftlichen Gründen nimmt der Pilzexperte ­regen Anteil am ­Genesungsprozess der Pilzsammler. „Solche Daten werden gesammelt, um mehr über das sogenannte Morchella-Syndrom zu erfahren.“

Mit einem Taxi hatte das Krankenhaus Pilzreste aus der Bratpfanne und rohe Pilze aus dem Korb zwecks Bestimmung zu Udo Hopp nach Feldberg bringen lassen. Sein Fazit: „Das war ein­deutig die Speisemorchel.“ Diese sei ein sehr beliebter Speisepilz. „Aber wenn er nicht lange genug gegart wird, bleiben giftige Stoffe drin.“

Wichtig sei auch, nicht die essbaren Morcheln mit den giftigen Lorcheln zu verwechseln. „Lorcheln erkennt man an ihren hirn- und wurmartigen Windungen, Morcheln hingegen haben grubige Vertiefungen, die an Bienenwaben erinnern“, erklärt der Fachmann. Wer unsicher ist, ob seine Pilze essbar sind, solle mit drei bis fünf vollständigen Exemplaren eine Pilzberatungsstelle aufsuchen. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte haben folgende Sachverständige die Berechtigung für Pilzberatungen und Pilzaufklärungen: Feldberg: Udo H. Hopp, Fürstenberger Straße 8, Telefon 039831 20070; Neubrandenburg: Petra Bonin, Telefon 0395 7781175; Wesenberg: Hans-J. Schlesinger, Telefon 039831 20839.

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