STUDIE

Feldberg lässt Standorte für Wohnungsbau auflisten

In Feldberg ist Wohnraum knapp. Die Gemeinde ist deshalb auf der Suche nach potenziellen Neubauflächen.
Marlies Steffen Marlies Steffen
An der Ecke Harsefelder Straße/Luzinweg könnten der Studie zufolge auch Wohnungen gebaut werden.
An der Ecke Harsefelder Straße/Luzinweg könnten der Studie zufolge auch Wohnungen gebaut werden. Marlies Steffen
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Feldberg.

Sieben auf einen Streich – wie einst in dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm – werden es wohl nicht werden. In der Geschichte kam ein Schneider zu Berühmtheit, weil er sieben Fliegen auf einen Streich erlegte. In der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft geht es hingegen gerade nicht darum, Märchenhaftes anzupacken. Es sind bodenständige Dinge gefragt. In der Gemeinde wird seit Längerem ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum beklagt. In einer Studie wird das Thema näher untersucht.

Es geht um den Neubau von Mehrfamilienhäusern. Das beauftragte Planungsbüro um den Neubrandenburger Stadtplaner Lutz Braun hat nunmehr sieben potenzielle Neubaustandorte im Ortsteil Feldberg ausgemacht. Dabei geht es um eine bebaubare Fläche von knapp fünf Hektar. 3,68 Hektar davon befinden sich in Gemeindeeigentum. Standorte werden am Garagenkomplex Mühlenweg, nördlich der Neuen Straße, am Alten Landweg 18, 20 und 22, an der Kreuzung Strelitzer Straße/Weidendamm, am Luzinweg südöstlich der Bahnhofstraße 23, an der Kreuzung Luzinweg/Harsefelder Straße und auf den Deponieflächen im Süden ausgewiesen.

Baukosten vom Planungsbüro angegeben

Bis auf den Alten Landweg und den Garagenkomplex am Mühlenweg, wo erst abgerissen werden müsste, stehen nach Angaben des Planungsbüros alle Standorte kurzfristig zur Verfügung. Teils müssten aber auch hier zuerst die planerischen Voraussetzungen geschaffen werden.

Die Größen der zu bebauenden Flächen variieren. Zwischen sechs und 55 Wohnungen könnten entstehen. Auch die Größen der Wohnungen sind unterschiedlich – zwischen 70 und 120 Quadratmetern. Die Baukosten werden von dem Planungsbüro mit rund 2500 Euro je Quadratmeter angegeben.

Die Gemeindevertreter der Feldberger Seenlandschaft haben dem Inhalt der Studie in ihrer letzten Sitzung der vergangenen Legislaturperiode zugestimmt. Die neue Gemeindevertretung wird nun entscheiden müssen, welcher der Bauplätze favorisiert wird. Zudem muss geklärt werden, wie das Projekt finanziert werden soll, ob beispielsweise der Einsatz von Fördermitteln möglich ist.

Die zu erwartenden Baukosten für die sieben Standorte werden zwischen je 2,2 Millionen und 12 Millionen Euro angegeben. Die Studie ist im Bürgerinformationssystem der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft unter dem Punkt „Sitzung der Gemeindevertretung vom 23. Mai, Beschluss zur Aktivierung von Wohnbauflächen“, einzusehen.

Fragebögen verschickt

Das Thema beschäftigt die Gemeindevertreter schon länger. Zunächst hatte die Gemeinde Fragebögen verschickt, mit denen der tatsächliche Wohnungsbedarf ermittelt werden sollte. 24 Unternehmen und acht Vermieter, Verwalter und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern waren angeschrieben worden. Im Ergebnis stellte sich heraus, dass Ein- bis Vierraumwohnungen nachgefragt sind. „Zwei bis zehn Wohnungen werden in den nächsten fünf Jahren benötigt“, hatte Katrin Zemlin aus der Bauverwaltung der Gemeinde zusammengefasst.

Anschließend war in einem ersten Schritt das gesamte Gemeindegebiet auf Neubaupotenzial untersucht worden. Nicht alle Ortsteile kommen wegen ihrer Entfernung zum Hauptort Feldberg für eine Bebauung mit kommunalen Wohnungen infrage. Zuletzt war festgelegt worden, dass sich die weiteren Untersuchungen auf den Ortsteil Feldberg konzentrieren sollen.

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Kommentare (1)

Wenn man natürlich den Anspruch hat, dass jeder Mensch oder Familie in seinen eigenen 4 Wänden wohnt und dann mindestens 800 qm Grundstück benötigt, sollte klar sein, dass dazu unsere Flächen nicht ausreichend sind. Warum konzentriert sich eigentlich alles nur auf den Bau von Einfamilienhäusern. Auf 800 qm Grundstücksfläche ein Mehrfamilienhaus gesetzt, sollte ebenfalls den Bedarf decken. Oder gibt es mittlerweile nur noch Neureiche? Wo kommt die ganze Kohle eigentlich her? Draghis Niedrigzinspolitik machts möglich. Und mit der nächsten Wirtschaftsflaute und steigenden Zinsen heulen dann wieder die Betroffenen rum wie sie ihre Raten bedienen sollen. Am Ende gewinnen jedoch die Banken, sie haben die Immobilie zum verhökern.