TOURISMUS

▶ Feldberg will die Eiszeit in diesem Haus ganz neu in Szene setzen

Die Dauerausstellung in dem als Spritzenhaus erbauten Gebäude ist in die Jahre gekommen. Sie müsste überarbeitet werden.
Die Heimatstube im Spritzenhaus auf dem Feldberger Amtsplatz ist in den 1990er Jahren schon einmal saniert worden. Im Laufe de
Die Heimatstube im Spritzenhaus auf dem Feldberger Amtsplatz ist in den 1990er Jahren schon einmal saniert worden. Im Laufe der Zeit gab es immer wieder Instandhaltungsarbeiten. Susane Böhm
Feldberg.

Wie geht die Gemeinde künftig mit der Heimatstube auf dem Amtsplatz um? Diese Frage hat in dieser Woche den Feldberger Ortsrat beschäftigt. Das denkmalgeschützte Spritzenhaus auf dem Amtsplatz wird seit den 1970er Jahren für eine Dauerausstellung genutzt. Kein Geringerer als Naturschützer und Heimatforscher Reinhard Barby (1887 bis 1974) entwarf damals das Konzept für die kleine heimatkundliche und landschaftsgeschichtliche Präsentation.

Für Barby war damals schon Feldberg und seine von der Eiszeit geprägte Landschaft das wichtigste Thema in der Außendarstellung. Die Konzentration auf ein spezielles Thema gebot auch der kleine Raum, der in dem Spritzenhaus als Ausstellungsfläche zur Verfügung steht. Dem Thema Eiszeit soll nun auch künftig wieder mehr Augenmerk geschenkt werden.

Holzbock ist schon vertrieben worden

Der Ausstellungsort ist in seinem jetzigen Aussehen allerdings in die Jahre gekommen. In diesem Jahr gab es sogar eine Beschwerde über Gebäudemängel. „Es gibt Renovierungsbedarf für Putz- und Malerarbeiten“, schätzt auch der Ortsratsvorsitzende Carsten Becker ein. Übers Knie soll dort allerdings nichts gebrochen werden. Katrin Zemlin aus der Bauverwaltung der Feldberger Seenlandschaft stellt klar, dass die Gemeinde sich auch künftig im Rahmen von Instandhaltungsmaßnahmen um das Gebäude kümmern wird. So habe es in der Vergangenheit bereits eine Schädlingsbekämpfung wegen des Holzbocks gegeben, der sich in Teilen des Ausstellungsmobiliars sesshaft gemacht hatte. Demnächst werde es Arbeiten am Dach geben, da dort Biberschwänze Schaden genommen haben. Was die Konzentration der Ausstellung auf die eiszeitliche Entstehung der Feldberger Seenlandschaft angehe, müsse allerdings ein Konzept erarbeitet werden.

 

 

 

1827 auf dem Amtsplatz errichtet

Das Spritzenhaus auf dem Amtsplatz war zu Beginn der 1990er Jahre bereits grundhaft und denkmalgerecht saniert worden. Dafür hatte sich auch der damalige Ortschronist Albert Pfitzner eingesetzt, der die Heimatstube Gästen über Jahrzehnte mit viel Leidenschaft präsentierte. Pfitzner ist bereits vor mehreren Jahren verstorben, jetzt kümmert sich seine Witwe um die Dauerausstellung. Der Feldberger Heimatforscher Frank Schütze, der während der Ortsratssitzung ebenfalls zu Wort kam, kann sich gut vorstellen, dass das Spritzenhaus perspektivisch zu einem Ausstellungsort wird, an dem zeitgemäß über die eiszeitgeschichtliche Entstehung der Region informiert wird. Die Feldberger Seenlandschaft sei als nationaler Geotop zertifiziert, das sei ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal, mit dem man punkten könne. Schützes Ideen zufolge könnte der Ort auf dem Amtsplatz sogar so ausgestattet werden, dass kein Personal für die Betreuung notwendig ist.

In dem 1827 auf dem Amtsplatz errichteten Spritzenhaus befand sich zunächst das Einsatzgerät, mit dem die Feuerwehrleute der Vergangenheit loszogen, wenn es brannte. Später wurde der Ort auch als Abstellplatz für den Leichenwagen genutzt. Er soll auch als Arrestzelle für kurze Gefängnisaufenthalte genutzt worden sein, sagt Frank Schütze. Beweise dafür gebe es allerdings nicht. Naheliegend sei es dennoch, denn gegenüber befand sich früher das Amtsgericht. Zwischenzeitlich war im Spritzenhaus auch eine Ausstellung über Hans Fallada untergebracht. Der Schriftsteller war 1945 für kurze Zeit Bürgermeister in Feldberg. Sein früheres Wohnhaus in Carwitz wird erst seit dem Jahr 1955 museal genutzt.

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