Blick auf Feldberg. In der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft steht eine Erhöhung der Zweitwohnungssteuer zur Debatte.
Blick auf Feldberg. In der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft steht eine Erhöhung der Zweitwohnungssteuer zur Debatte. Ulrike Schubel
Steuer-Erhöhung

Wohnen in der Feldberger Seenlandschaft soll teurer werden

Urlaub an der Seenplatte ist schön, und das Wohnen erst. Die Preise fürs Wohnen sollen erhöht werden, aber nicht für alle.
Feldberg

In der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft soll die Zweitwohnungssteuer angehoben werden. Mit dem Thema befassen sich in der kommenden Woche die Ortsräte als ein beratendes kommunalpolitisches Gremium der Gemeindevertretung.

Die bisher erhobene Steuer ist Nordkurier-Informationen zufolge seit dem Jahr 2011 unverändert. Kalkuliert wird demnach in zwei Größenordnungen, die abhängig sind von der jeweiligen Beschaffenheit der Wohnungen. In der Kategorie I werden aktuell 3,07 Euro je Quadratmeter für unsanierte oder teilsanierte Wohnungen mit Einzelöfen und nicht vorhandener Wärmedämmung bezahlt.

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In der Kategorie II werden bislang 4,26 Euro je Quadratmeter berechnet. Hier geht es um komplett sanierte Wohnungen mit Sammelheizung, in Massiv- oder Fertigbauweise, mit einer Wärmedämmung und einer sanierten Sanitärausstattung. Der von der Verwaltung vorgelegten Beschlussvorlage zufolge soll die Zweitwohnungssteuer nun in der Kategorie I auf 4,97 Euro je Quadratmeter und in der Kategorie II auf 6,42 Euro je Quadratmeter erhöht werden.

Anbieter geben Auskunft über Höhe der Miete

Die Gemeinde hat im Vorfeld nach eigenem Bekunden insgesamt 13 Vermieter angeschrieben, um dort in anonymisierter Form Auskünfte über die jeweilige Mindest- und Höchstmiete in den verschiedenen Kategorien zu erhalten. Zehn Vermieter haben sich demnach bis Mitte November zurückgemeldet. Auf der Grundlage von deren Auskünften ist die neue Gebührenkalkulation erarbeitet worden, heißt es aus der Gemeindeverwaltung.

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Von der erhöhten Zweitwohnungssteuer erwartet die Gemeinde Mehreinnahmen von jährlich 65.000 Euro. In diesem Jahr beläuft sich der Planungsansatz auf 82.000 Euro. Die Summe der tatsächlichen Einzahlungen liegt allerdings aktuell bereits bei 126.000 Euro. Dies habe auch mit Nachzahlungen zu tun, erklärt Markus Nengel, Sachgebietsleiter Finanzen.

Mehrere hundert Wohnungen betroffen

Nach Auskunft aus der Verwaltung wird im Gemeindegebiet der Feldberger Seenlandschaft für 272 Wohnungen eine Zweitwohnungssteuer erhoben. Die Regelung wendet die Gemeinde seit 2007 an. Der Beschluss über die höhere Zweitwohnungssteuer soll voraussichtlich am 8. Dezember in der Sitzung der Gemeindevertretung fallen. Die neue Steuer soll dann ab 2023 gelten.

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Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt (SPD) machte gegenüber dem Nordkurier deutlich, dass es hinsichtlich der geplanten Erhöhung um eine Steuerungsfunktion gehe. „Denn es geht ja um Wohnraum, der dem Mietwohnungsmarkt vorenthalten und der zeitlich begrenzt und vornehmlich touristisch genutzt wird“, machte die Bürgermeisterin deutlich. Hier beginne ein Verdrängungsszenario: Einheimische, die hier leben und arbeiten würden, und Menschen, die nur Eigentum besitzen und dies sporadisch nutzen würden.

Die komplette Übersicht über die geplanten Veränderungen findet sich im Bürgerinformationssystem der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft unter den Tagesordnungen für die Ortsratssitzungen. Als Erstes beschäftigen sich am 22. November die Ortsräte Conow, Lichtenberg und Lüttenhagen mit dem Thema. www.gemeinde.feldberger-seenlandschaft.de

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