Mirow ist ein beliebter Ferienort. Jetzt erhebt die Gemeinde erstmals Steuern auf Zweitwohnungen (Archivbild).
Mirow ist ein beliebter Ferienort. Jetzt erhebt die Gemeinde erstmals Steuern auf Zweitwohnungen (Archivbild). Tobias Lemke
Zweitwohnsitz-Steuer

Ferienhäuser spülen mehr Geld in die Strelitzer Kassen

Mirow erhebt sie in diesem Jahr erstmals, andere Gemeinden schon seit Jahren: die Zweitwohnsitzsteuer. Dabei ist längst der Corona-Effekt spürbar.
Neustrelitz

Was andernorts in der Region Mecklenburg-Strelitz schon lange gang und gäbe ist, wird nun auch in Mirow praktiziert. Seit diesem Jahr erhebt die Gemeinde eine Zweitwohnungssteuer in der Stadt und den zwölf Ortsteile. Bereits Ende 2020 verabschiedete die Gemeindevertretung die entsprechende Satzung. Im Laufe des vergangenen Jahres hatte die Verwaltung des Amtes Mecklenburgische Kleinseenplatte damit zu tun, die Bescheide zu erstellen und herauszuschicken.

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Die Lage ist entscheidend

In Mirow hat man sich entschieden, die Steuer nicht pauschal, sondern „lagedifferenziert“ zu erheben. Es macht einen Unterschied, ob sich die Zweitwohnung direkt an einem See oder weit davon entfernt befindet. Auch der Nutzungsfaktor hat einen Einfluss auf die Höhe der Steuer. Erfahrung mit dieser Regelung hat man diesbezüglich schon in der Gemeinde Wustrow gesammelt. Hier wird bereits seit Jahren nachdem Lage-Nutzen-Prinzip Zweitwohnungssteuer erhoben. Für 2022 rechnet Kämmerer Andreas Franz mit Einnahmen in Höhe von 50 000 Euro. Zum Vergleich: Wesenberg rechnet mit 40 000 Euro Zweitwohnungssteuer. „Dass Wustrow diese vergleichsweise hohe Einnahme hat, liegt an den vielen Ferienanlagen“, sagt Franz.

Während Mirow bisher auf die Zweitwohnungssteuer verzichtete, haben viele andere Gemeinden diese Einnahme seit Jahren in ihren Haushalt eingepreist. Im Amtsbereich Neustrelitz Land beispielsweise lässt sich nicht eine der insgesamt elf Kommunen diese Einkünfte entgehen. Zumal die Kommunalverfassung sie darin bestärkt, derartige Abgaben einzufordern. „Bürger, die ihre Immobilie als Zweitwohnsitz nutzen, nutzen ebenso die öffentliche Infrastruktur, wie die Bürger, die ihren Hauptwohnsitz in der Gemeinde haben“, macht Amtsleiterin Daniela Böss deutlich.

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Feldberg spürt den Zugewinn deutlich

Bisher haben die Kommunen ihren Spielraum nicht umfänglich ausgenutzt. Das Kommunalabgabengesetz erlaubt höhere Steuersätze als die bislang erhobenen. Zudem hat sich der Mietspiegel, der als Bemessungsgrundlage genutzt wird, geändert. Darum haben neun Gemeinden ihre Zweitwohnsteuer angepasst. Insgesamt sind im Amtsbereich Neustrelitz Land 588 Zweitwohnungen registriert. Im Jahr 2021 spülten sie 101 000 Euro in die Kassen. Für dieses Jahr rechnet die Kämmerei mit Jahr 258 000 Euro. Einen Corona-Effekt konnten die Gemeinden im Amt Neustrelitz Land indes nicht ausmachen. Anders als vermutet, wurden nicht deutlich mehr Zweitwohnsitze angemeldet. Die Mehreinnahmen resultieren vor allem aus der Steuererhöhung.

Anders in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft. Hier nahm mit der Pandemie die Zahl der Zweitwohnungen deutlich zu. „Viele Bürgerinnen und Bürger haben ihren Nebenwohnsitz nachträglich angemeldet, um ins Land einreisen zu können“, sagt Bürgermeisterin Constance von Buchwaldt. Auszumachen ist diese Entwicklung an den bedeutend höheren Einnahmen bei der Zweitwohnungssteuer. 2019 betrug diese Einnahme 55 000 Euro, 2021 standen 72 000 zu Buche und für 2022 rechnet das Amt mit Einnahmen in Höhe von 79 000 Euro – bei gleichbleibendem Steuersatz.

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