Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Friedland steht seit einigen Jahren eine Industriewaschmaschine, in der die Einsatzkleidung
Bei der Freiwilligen Feuerwehr in Friedland steht seit einigen Jahren eine Industriewaschmaschine, in der die Einsatzkleidung gewaschen wird. Stephan Drews ist stellvertretender Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands. ZVG
Brandschutz

Feuerwehr Feldberg bekommt eine superteure Waschmaschine

Bislang wird die verschmutzte Einsatzkleidung der Feuerwehren in der Feldberger Seenlandschaft nach Woldegk gebracht. Das soll so nicht mehr sein.
Feldberg

Das ist ein ordentlicher Batzen Geld: Die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft bekommen eine Waschmaschine. Dafür stehen für dieses Jahr 29.000 Euro im Gemeindehaushalt bereit. Bislang wird die Einsatzkleidung der Feldberger Feuerwehrleute anderenorts gereinigt. So zum Beispiel bei den Feuerwehrkollegen in Woldegk. Das aber braucht jedes Mal Zeit, zudem steht die Einsatzkleidung vorübergehende nicht zur Verfügung, konstatiert Maik Suhrbier, Gemeindewehrführer in der Feldberger Seenlandschaft.

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Maximalsumme 29.000 Euro eingesetzt

Die Anschaffung wird bei den Feuerwehrleuten schon länger gefordert. „Seitdem offenkundig wurde, dass kontaminierte Einsatzkleidung die Gesundheit gefährdet und auch Krebserkrankungen auslösen kann“, so der Gemeindewehrführer. Die 29 000 Euro sei die Maximalsumme, die angesetzt wurde. Welche Waschmaschine von welchem Format und welcher Größe es am Ende sein werde, darüber müsse noch entschieden werden. Er wisse – auch mit dem Blick auf immer wieder auftretende Lieferengpässe – zudem noch nicht, ob es mit der Waschmaschine schon in diesem Jahr etwas wird, konstatiert Suhrbier.

Friedland hat schon eine Industriewaschmaschine

Länger um eine Industriewaschmaschine gekämpft haben auch die Feuerwehrleute im Amt Friedland, sagt der stellvertretende Kreiswehrführer Stephan Drews, der auch Stadtvertreter in Friedland ist. Nicht jede Wehr brauche eine Waschmaschine, aber zumindest für die Feuerwehren aus den zu einem Amt gehörenden Gemeinden sollte eine solche selbstverständlich sein, macht Drews deutlich. Die Alternative, die verschmutzte Einsatzwäsche wegzugeben, habe man auch in Friedland lange Jahre praktiziert. Aber das verursache auch Kosten, brauche Zeit und man müsse Reserve-Ersatzkleidung für die Einsätze vorhalten. Der Reinigung der Einsatzkleidung, etwa nach Brandsätzen sei angesichts der giftigen Stoffe in den Brandgasen heutzutage unabdingbare Voraussetzung, um die Gesundheit der Kameraden bestmöglich zu schützen, macht auch Stephan Drews deutlich.

Die Friedländer haben mit ihrer Waschmaschine gute Erfahrungen gemacht, allerdings sei auch einiges zu beachten. So müsse die Waschmaschine auf den Typ der Einsatzkleidung abgestimmt sein. Zudem müsse das Projekt Waschen logistisch gelöst werden – sprich es bedarf einer Verantwortlichkeit. „Damit gibt es aber kein Problem bei uns“, konstatiert Stephan Drews. Auch in Feldberg werden in dieser Hinsicht keine Probleme erwartet. „Bei uns sind die Mitarbeiter vom Bauhof in der Feuerwehr“. Diese könnten die Einsatzkleidung tagsüber waschen, macht Markus Nengel vom Sachgebiet Finanzen im Feldberger Rathaus deutlich.

Geräte in manchen Ämtern noch nicht vorhanden

Wie Stephan Drews dem Nordkurier auch sagte, sind längst nicht alle Wehren im Landkreis im Besitz einer Waschmaschine. Im Amt Tollensetal, im Amt Woldegk, im Amt Burg Stargard-Land beispielsweise seien solche Geräte vorhanden. Im Amt Mecklenburgische Kleinseenplatte soll eine Maschine angeschafft werden. Ohne eigene Waschmaschine kommt hingegen die Freiwillige Feuerwehr Neustrelitz aus. Wie Wehrführer Holger Brandt bekräftigt, werde die Einsatzkleidung in eine Wäscherei gegeben. Hierfür würden jährlich zwischen 5000 und 6000 Euro an Kosten anfallen. Ein Ersatzpaar an Einsatzkleidung sei als Puffer vorhanden.

Die Investition in die Waschmaschine ist indessen nicht die Einzige für die Feuerwehren in der Feldberger Seenlandschaft in diesem Jahr. Im Haushalt für 2022 werden auch 50 000 Euro für einen Anbau an das Feuerwehrgerätehaus in Triepkendorf bereitgestellt. Ein neues Fahrzeug soll angeschafft werden, das Gerätehaus in Lichtenberg soll eine neue Heizung bekommen, neue Tore gibt es für das Gerätehaus in Feldberg. Zudem ist Geld für die Anschaffung von Kleinstgeräten und für einen Dekontaminations-Satz vorgesehen.

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