NACHWUCHS-GEWINNUNG

Feuerwehr wird in der Seenplatte ein Schulfach

Bei der Jahresversammlung der Neustrelitzer Feuerwehr ging es nicht nur um die Einsatz-Bilanz 2018. Es wurde auch verkündet, dass im September ein Modellprojekt beginnt.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Der Waldbrand im Sommer gehörte zu den schwierigsten Einsätzen der Neustrelitzer Feuerwehr im Jahr 2018.
Der Waldbrand im Sommer gehörte zu den schwierigsten Einsätzen der Neustrelitzer Feuerwehr im Jahr 2018. Felix Gadewolz
Karsten Runge, Manfred Barz und Andreas Poltier (von links) sind seit vielen Jahren bei der Feuerwehr Neustrelitz aktiv. Sie wurden am Freitag ausgezeichnet. Wehrführer Holger Brandt gratulierte.
Karsten Runge, Manfred Barz und Andreas Poltier (von links) sind seit vielen Jahren bei der Feuerwehr Neustrelitz aktiv. Sie wurden am Freitag ausgezeichnet. Wehrführer Holger Brandt gratulierte. Susanne Böhm
Neustrelitz.

Die Feuerwehr kommt in die Schulen. Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wird im September ein Modellprojekt gestartet, das Kinder und Jugendliche für die Feuerwehr begeistern soll. An den Ganztagsschulen wird das Wahlfach Feuerwehr angeboten. Das teilte der Landtagsabgeordnete Andreas Butzki (SPD) am Freitagabend bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Neustrelitz mit. Der Feuerwehr-Unterricht solle junge Leute für das unverzichtbare Ehrenamt begeistern und Schüler motivieren, sich aktiv für den Brandschutz zu engagieren.

Neben praktischem Unterricht soll den Mädchen und Jungen auch theoretisches Hintergrundwissen vermittelt werden, erklärte Norbert Rieger, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes. Als Lehrer sollen erfahrene Feuerwehrleute fungieren. Nach Auskunft von Andreas Butzki hat der Koalitionsausschuss des Landtags ein „50-Millionen-Paket“ für die Feuerwehr verabschiedet. Damit sollen unter anderem die Fuhrparks erneuert oder Aktionen wie das Schulprojekt finanziert werden, das später im ganzen Land angeboten werden soll.

Wehrführer im Amt bestätigt

Knapp 150 Kameraden und Mitglieder des Feuerwehrvereins hatten sich zur Jahreshauptversammlung im Ausbildungszentrum der Bundespolizei in Neustrelitz getroffen. Erstmals seit Jahren hatten sie einen Gemeindewehrführer zu wählen. Amtsinhaber Holger Brandt hatte Konkurrenz bekommen, und zwar von Guido Mertke. Der ist seit fast 25 Jahren bei der Feuerwehr in Altstrelitz aktiv. Die Kameraden setzten dann aber doch auf Bewährtes und wählten Holger Brandt, der seit 2013 Gemeindewehrführer ist.

Die Neustrelitzer Feuerwehr mit ihren Ortsgruppen hatte im vergangenen Jahr 174 Einsätze, darunter 113 Brände und 61 Hilfeleistungen. Psychisch sehr belastend waren für die Retter Autounfälle mit zwei Toten. Zu den größten Herausforderungen gehörte ein Waldbrand. Anfang Juli standen 5000 Quadratmeter unmittelbar am Stadtrand in Flammen. In einem mehrtägigen Einsatz verhinderten die Feuerwehrleute, dass sich das Feuer ausbreitete und Teile der Stadt evakuiert werden mussten. Der Brandstifter konnte bis heute nicht ermittelt werden.

Anzahl von Fehlalarmen hat zugenommen

77 der 174 Einsätze waren laut Holger Brandt allerdings auch Fehlalarme. Eine äußerst unbefriedigende Statistik. „Die Anzahl von blinden Alarmen hat zugenommen. Automatische Brandmeldeanlagen wurden vor allem durch technische Störungen ausgelöst. Aber auch die nicht korrekte Wartung der Rauchmelder in Privatwohnungen und Wohnungen der Wohnungsgesellschaften macht uns zu schaffen.“ Jeder Fehlalarm ist Geld- und Zeitverschwendung. Im Jahr 2018 haben die Neustrelitzer Feuerwehrleute allein bei den Einsätzen zusammen 2217 Stunden gearbeitet. Hinzu kommen viele Stunden bei der Aus- und Weiterbildung oder bei öffentlichen Anlässen.

Die Feuerwehr Neustrelitz hat 73 aktive Kameraden. Manfred Barz und Karsten Runge sind schon seit 40 Jahren dabei, Andreas Poltier seit 25. Sie wurden bei der Versammlung ausgezeichnet. Sechs Mitglieder sind im vergangenen Jahr eingetreten, nur fünf ausgetreten. „Das ist schon das vierte Jahr in Folge, dass wir mehr Eintritte als Austritte haben. Der Personalbestand hält sich seit Jahren auf einer Konstanten“, so Holger Brandt.

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Kommentare (1)

Gute Aktion: anstelle von religion was sinnvolles lernen. So was prägt entscheidend den jungen Menschen. In der Freizeit können die Gläubigen ja in die Kirche rennen..