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Feuerwehrmann geht bei Jobvergabe leer aus

Kurzer Weg zum Einsatz: Dieser Wunsch hat sich für einen Feuerwehrmann nicht erfüllt.
Kurzer Weg zum Einsatz: Dieser Wunsch hat sich für einen Feuerwehrmann nicht erfüllt.
Marlies Steffen; © Peter38 - fotolia.com; Montage: Hannes Ackermann

Viele Arbeitgeber tun sich schwer damit, Feuerwehrleute für ihre Einsätze freizustellen. Die Stadt Neustrelitz lädt Bewerber aus den Reihen der Feuerwehr grundsätzlich zu Vorstellungsgesprächen ein. Eine Freifahrtschein ist das aber nicht.

Verärgerung bei der Freiwilligen Feuerwehr Neustrelitz: Die Stadtverwaltung hatte eine Stelle als Kommunalarbeiter ausgeschrieben, ein Feuerwehrmann bewarb sich - und hatte das Nachsehen. „Das ist nicht gut“, befindet ein Retter-Kollege und verweist auf das sattsam bekannte Problem: Bei Alarmierungen tagsüber stehen viele Feuerwehrleute nicht zur Verfügung, weil sie nicht vor Ort arbeiten.

Der Abgewiesene überlegt derzeit, wieder in seinem früheren Beruf als Busfahrer zu arbeiten. „Dann wäre ich sehr viel unterwegs und müsste mich außerdem an die vorgeschriebenen Ruhezeiten halten. Für die ehrenamtliche Tätigkeit bei der Feuerwehr bliebe dann keine Zeit mehr“, sagt er.

Im Vorstellungsgespräch glaubte er eigentlich gute Karten zu haben. „Alle geforderten Qualifikationen lagen vor“, sagt er. Dennoch habe sich die Stadt gegen ihn entschieden. Dabei habe sie selbst private Unternehmen aufgefordert, Feuerwehrleute einzustellen und dann auch für Einsätze freizustellen. „Eigentlich müsste man im Rathaus mit gutem Beispiel vorangehen“, so die Retter.

Bei gleicher Eignung bevorzugt

Das Gerücht, der Kandidat für die Stelle habe schon vor Beginn der Vorstellungespräche festgestanden weist Vizebürgermeister Christian Butzki (CDU) entschieden zurück. Der Bewerber habe lediglich schon ein Praktikum beim Regiehof absolviert.

Butzki verweist zudem darauf, dass die Stadt es sich selbst zur Bedingung gemacht hat, Feuerwehrleute, die sich auf Stellenausschreibungen bewerben, grundsätzlich zu Bewerbungsgesprächen einzuladen. Bei gleicher Eignung würden sie sogar bevorzugt.

Die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr und der Nachweis geforderter Qualifikationen allein sei aber noch kein Freifahrtschein für eine Einstellung. In dem konkreten Fall sei die Entscheidung leider gegen den Feuerwehrmann ausgefallen. Bei der Stadt Neustrelitz sind derzeit drei Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr angestellt, zudem ein Mitglied der Wasserwacht.