ABSOLUTE RARITÄT

▶️Seltener Findling von Feldberg hat sogar zwei Vulkanausbrüche überstanden

Ein sehr alter Findling ist auf dem Feldberger Amtswerder zu sehen. Er ist aus Skandinavien nach Feldberg gerutscht.
Auf dem Feldberger Amtswerder liegt ein sehenswerter Findling. Geologe Jochen Stein (links) erklärte den Transporthelfern
Auf dem Feldberger Amtswerder liegt ein sehenswerter Findling. Geologe Jochen Stein (links) erklärte den Transporthelfern die Besonderheiten des Basaltsteins. Ulrich Krieger
Feldberg.

Dass Feldberg steinreich ist, ist nichts Neues. Doch immer wieder lässt die Vielfalt von Gesteinsarten selbst die Fachleute staunen. So fanden jetzt Bauleute bei der Erschließung des neuen Wohngebietes Rosenberge West ein ganz besonderes Exemplar aus Basaltgestein. Mit 2,30 Metern Länge, 1,40 Metern Breite und gut einem Meter Höhe ist der Brocken kein Leichtgewicht. Der Stein hat jetzt einen besonderen Platz auf dem Amtswerder bekommen.

Ein ortsansässiges Bauunternehmen transportierte den Felsen. Doch die Last war größer als angenommen. Der Radlader konnte damit nur langsam und rückwärts durch Feldberg fahren. Zwei Fahrzeuge sicherten den Transport bis zur Freifläche am Spritzenhaus auf dem Amtswerder ab. Das ehemalige Spritzenhaus und die Fläche drum herum sollen umgestaltet werden, wofür sich das neue Ausstellungsstück besonders gut eignet.

Bei Vulkanausbruch von Lavaschicht überzogen

„Dieser Bereich ist das historische Zentrum von Feldberg. Hier soll nach unseren Vorstellungen eine Ausstellung entstehen, die die hiesige in der Eiszeit entstandene geologische Landschaft in den Vordergrund stellen soll“, sagt Gemeindevertreter Werner Zimmermann (CDU). Wie besonders der jetzt gefundene Basaltstein ist, erklärte Geologe Jochen Stein: „Er ist eine Rarität, nicht nur wegen seiner Größe, und besteht aus drei Basalttypen. Geologisch gesehen ist er sehr alt und durch das Gletschereis aus Skandinavien zu uns geschoben worden. Riefen und Schrammen zeugen von den großen Kräften, die an dem Material gewirkt haben müssen.“

Doch nicht nur das ist außergewöhnlich. Der ursprüngliche Stein war bei einem Vulkanausbruch mit einer Lavaschicht überzogen worden, die anschließend erkaltete. Bei einem weiteren Ausbruch legte sich erneut Lava darum. Geologe Klaus Granitzki wagte eine vorsichtige Schätzung: „Der ganze Prozess hat sich vor etwa 1,5 Milliarden Jahren abgespielt, das ist auch für die Geologie eine sehr lange Zeit. Die Verschiebung durch das Eis in unsere Gegend erfolgte aber erst vor weniger als 500 000 Jahren. Der Fund ist wiederum ein Beleg dafür, dass die Feldberger Seenlandschaft ein Geotop von nationaler Bedeutung ist.“

 

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