Pläne fürs Vogelschutzgebiet

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Fischer wollen Schilf ernten

Fischereiingenieur Martin Bork hofft, bald wieder Schilf ernten zu können.
Fischereiingenieur Martin Bork hofft, bald wieder Schilf ernten zu können.
André Gross

Vor den sehnlichen Wunsch haben die Behörden eine Auflage gesetzt: Bevor die verschilften Seen wieder "freigelegt" werden können, ist ein Gutachten nötig, dass schützenswerte Gebiete verschont bleiben.

Die Fischer an der Oberen Havel wollen nach 16-jähriger Unterbrechung wieder Schilf ernten. Das Genehmigungsverfahren allerdings wird als schwierig angesehen, weil die beantragten Flächen auf der Woblitz und dem Großen Labussee liegen- und die sind ausgewiesene Vogelschutzgebiete. "Wir haben jetzt die Auflage, ein Vogelschutzgutachten in Auftrag zu geben", berichtet Martin Bork, bei der Seenfischerei für Planung und Projektierung zuständig.

Bis 1999 durften die Havelfischer Schilfschnitt betreiben, die Erlaubnis muss aber immer wieder neu eingeholt werden. "Wir hoffen, in diesem Jahr zumindest mit der Begutachtung fertig zu werden", sagt Bork. "Logisch, dass wir um schützenswerte Bereich einen großen Bogen machen. Wir müssen einfach wieder zu den früheren Verhältnissen zurück."

Beim Antrag haben sich die Fischer von vornherein nur auf eine Winterernte auf Eis beschränkt. Das Schilf soll in speziellen Heizungsanlagen für die Fischereihöfe verwendet werden. Keinen großen Illusionen gibt sich der Fischereiingenieur hin, was den Einsatz von Schilf zum Dachdecken angeht. Diesen Markt zu erobern, sei extrem kompliziert.