SCHULEN UM KRISENMODUS

Forschung interessiert an Corona-Tests vom Neustrelitzer Carolinum

Neustrelitzer Gymnasiasten können sich freiwillig und regelmäßig aufs Corona-Virus testen lassen. Das hat deutschlandweit für Aufsehen gesorgt.
Seit Wiederaufnahme des Schulbetriebs werden am Carolinum Tests auf Covid-19 auf freiwilliger Basis angeboten. Der Abstrich er
Seit Wiederaufnahme des Schulbetriebs werden am Carolinum Tests auf Covid-19 auf freiwilliger Basis angeboten. Der Abstrich erfolgt in einem Zelt vor dem Schulhaus. Henry Tesch
Neustrelitz.

Die Bildungsministerin aus Schwerin hat angerufen. Ob sich das Carolinum in Neustrelitz eine wissenschaftliche Begleitung durch die Universität Rostock vorstellen können, so die Frage von Ministerin Bettina Martin (SPD). Die Zusage ließ nicht lange auf sich warten. „Natürlich können wir und finden, das ist eine tolle Sache“, sagt Schulleiter Henry Tesch, vormals selbst MV-Bildungsminister.

Ohnehin haben die Covid-19-Tests am Neustrelitzer Gymnasium für überregionales Aufsehen gesorgt. So berichtete jüngst die Süddeutsche Zeitung, wie sich die Schüler der Abgangsklassen zweimal pro Woche auf das Virus testen lassen können. Möglich macht das ein Sponsoring der Rostocker Biotech-Firma Centogene. Bisher seien alle Ergebnisse negativ ausgefallen. „Die Schüler sollen einen Negativbefund aber keinesfalls als Passierschein verstehen“, sagt Tesch. An der Schule werden dennoch alle weiteren Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten – etwa das regelmäßige Händewaschen, das Tragen von Mundmasken auf den Fluren oder eine begrenzte Anzahl an Schülern pro Klassenraum.

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„Wir wollen nicht nur vermuten, sondern auch wissen”

Wozu dann die Tests? „Wir wollen nicht nur vermuten, sondern auch wissen“, sagt Tesch. Die Verfahrensweise könne eine Blaupause für andere Schulen sein. Am Donnerstag werden auch die Elftklässler den Präsenzunterricht aufnehmen, dafür bleiben wiederum die Zwölftklässler zu Hause.

Von Forderungen, wonach jeder Schüler bis zu den Sommerferien wenigstens an einzelnen Tage wieder ein Schulgebäude von innen sehen soll, hält Tesch nicht viel. „Das wird wenig bringen“, sagt er. Nur geht es nicht anders bei kleineren Lerngruppen und gleichbleibender Anzahl an Lehrern, die parallel auch noch das Homeschooling für die Daheimgebliebenen organisieren müssen. Die Tests sollen am Ende also zu einer Normalisierung des Schulalltags führen, sodass beispielsweise eben doch wieder in gewohnter Klassenstärke, zumindest aber mit mehr Schülern in einem Raum, gelernt werden kann. In der derzeitigen Phase habe es mehr Sinn, in Maßnahmen zu investieren, die trotz Corona den Alltag normalisieren können, statt zum Beispiel weiterhin Intensivbetten aufzubauen, sagt Tesch.

Kleiner Lerngruppen, Hygiene und Abstand

Dass der Schulbetrieb trotz aller Auflagen aktuell gut umzusetzen sei, aber eben viel Ressourcen beanspruche, berichten weitere Strelitzer Schulen. In Lerngruppen wurden etwa auch die Viertklässler an der Grundschule Regenbogen in Mirow aufgeteilt. Dazu kommen Kinder in der Notbetreuung. Pausen werden versetzt gemacht, auf die Hygiene und Abstand werde geachtet, auch wenn das gerade bei jüngeren Kindern eine Herausforderung sei. „Der Aufwand ist groß“, erklärt Lehrerin Sylke Fendt. Offen sei, wie die Situation aussieht, sobald für weitere Jahrgangsstufen der Unterricht folgen soll.

Ähnlich ist die Lage an der Regionalen Schule mit Grundschule Wilhelm Höcker in Woldegk. Derzeit besuchen Schüler der 4., 9. und 10. Klassen sowie in der Notbetreuung die Schule. Von viel Arbeit, die aktuell jedoch gut zu handhaben sei, spricht Schulleiter Alexander Zuber. So wurden auch an der Woldegker Bildungseinrichtung kleinere Lerngruppen mit maximal 15 Schülern gebildet. Dass die Rechnung bei noch mehr Schülern nicht mehr aufgeht, liege auf der Hand. „Das kann sich jeder ausrechnen. Werden die Klassen halbiert, braucht es die doppelte Anzahl an Lehrern“, erklärt Zuber.

 

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