CORONAKRISE

Freiwillige Virentests zum Schulstart in Neustrelitz

Mit Masken, Tests und Sicherheitsabständen hat am Montag in einigen Schulen im Strelitzer Land der Unterricht begonnen. Alles war kompliziert und umständlich.
Am Gymnasium Carolinum in Neustrelitz werden jetzt Virentests durchgeführt. Den Abstrich nimmt sich jeder selbst. Und wic
Am Gymnasium Carolinum in Neustrelitz werden jetzt Virentests durchgeführt. Den Abstrich nimmt sich jeder selbst. Und wichtig auch: Abstand halten. Henry Tesch
Auch auf dem Schulhof gilt Sicherheitsabstand.
Auch auf dem Schulhof gilt Sicherheitsabstand. Henry Tesch
Einer nach dem anderen und mit Abstand durfte die Schule betreten. Allein das dauerte eine Weile.
Einer nach dem anderen und mit Abstand durfte die Schule betreten. Allein das dauerte eine Weile. Henry Tesch
Neustrelitz.

Masken tragen, Hände desinfizieren, Abstand halten, Virentests absolvieren: Der erste Schultag nach sechswöchiger Isolation verlangte Schülern und Lehrern in der Mecklenburgischen Seenplatte einiges an Disziplin, Umsicht und Aufwand ab. Auch am Gymnasium Carolinum in Neustrelitz erlebten alle Beteiligten eine völlig andere Welt.

„Das dauerte eine Weile”

„Wir haben seit Montag um 7 Uhr wieder geöffnet für die Schülerinnen und Schüler der 12. Klassen und die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse, die die Mittlere Reife schreiben“, berichtete Schulleiter Henry Tesch, nachdem der erste Schultag gemeistert war. „Bei uns waren heute 150 Schülerinnen und Schüler, plus Lehrer, plus Sekretariat, plus Hausmeister, also insgesamt 200 Personen im Gebäude. Alle haben mit Maske das Haus betreten und Abstand gehalten. Allein das dauerte eine Weile. Dann wurden Hände gewaschen und desinfiziert und dann die Räume und Arbeitsplätze ausgesucht“, beschreibt der Pädagoge den derzeitigen Ausnahmezustand in seinem Haus.

Sobald alle ihre Position auf Abstand bezogen hatten, durften die Masken ab. Beim Verlassen des Raums wurden sie wieder aufgesetzt. Auf dem Schulhof konnten alle die Masken wieder abnehmen, allerdings nur, wenn sie penibel auf Abstand achteten. Parallel wurden am Carolinum sogar freiwillige Virentests durchgeführt, indem sich jeder selbst einen Abstrich nahm. „Wir testen jetzt zwei Mal wöchentlich. Die Lehrer wurden schon das erste Mal am Freitag auf Covid-19 getestet“, beschreibt Henry Tesch die Vorsichtsmaßnahmen. Auch wenn die Umstände natürlich für ihn nicht erfreulich sind, zeigte er sich am Nachmittag froh und erleichtert. „Großes Kompliment an alle Schülerinnen und Schüler sowie das Kollegium, es hat alles reibungslos funktioniert.“

Schülerbrief klärt über Verhaltensregeln auf

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerium hatte die weiterführenden allgemeinbildenden und beruflichen Schulen im Land am Montag für die Abschlussklassen wieder geöffnet. Rund 20 480 Schüler können sich in den Schulen unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen auf ihre Prüfungen vorbereiten. Für die Klassenstufe 11 an regulären Gymnasien und Gesamtschulen sowie die Klasse 12 an Abendgymnasien werden Konsultationen ermöglicht. Die Teilnahme an allen Bildungsangeboten ist freiwillig.

„Wir öffnen unsere Schulen schrittweise und behutsam“, sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). „Die besondere Situation können wir nur gemeinsam bewältigen. Keiner erwartet, dass der ganz normale Unterricht am Montag losgeht. Alle sollen die Gelegenheit haben, sich auf die neue Situation einzustellen. Wichtig ist, dass alle das Abstandsgebot und die Hygieneregeln einhalten und das Schulgebäude nacheinander betreten“, rät die Politikerin den Jugendlichen.

In einem Schülerbrief hatte sich das Bildungsministerium an die Jugendlichen gewandt, für die am Montag die Schule wieder startete und über die geltenden Verhaltensregeln während der Corona-Pandemie informiert. Eine wichtige Information an alle Schüler ist außerdem, dass niemand Sorgen haben muss, dass die Klassenarbeiten und Klausuren, die in den vergangenen Wochen ausgefallen sind, nun in den verbleibenden Wochen bis zu den Sommerferien nachgeschrieben werden müssen. Das ist nicht der Fall.

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Kommentare (1)

Es ist bedenklich, dass die Schüler und alle anderen Anwesenden ihre Masken über den Tag viele Male aufsetzen und abnehmen. Immer schön mit den Händen dran, zwischendurch dann toll in die Tasche stecken und wieder im Gesicht rumgrabbeln. Dann können die Masken ihr volle Funktion beweisen. Tolle Sache, die man den Schülern dort auferlegt. Sieht man sich einmal an, unter welchen Aspekten die Masken Sinn machen, wird hier leider ein unsäglicher Schwachsinn offensichtlich. Mein Beileid an alle, die sich diesem Risiko sicherfühlend aussetzen.