Die Zukunft des Friedhofs in Prillwitz ist noch immer ungewiss. Nur noch bis Jahresende können Grabstellen erworben werde
Die Zukunft des Friedhofs in Prillwitz ist noch immer ungewiss. Nur noch bis Jahresende können Grabstellen erworben werden. Und wie soll es dann weiter gehen? Eva Geyer
Kompromiss

Friedhöfe schließen – aber wo soll dann bestattet werden?

Wo sollen Verstorbene in den Gemeinden Hohenzieritz und Blumenholz künftig bestattet werden? Zum Jahresende schließen die kirchlichen und einzigen Friedhöfe.
Blumenholz

Sehr genau hat man in Blumenholz und Hohenzieritz südlich von Penzlin verfolgt, wie in der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft die Schließung der kirchlichen Friedhöfe abgewendet wurde. Dort wird die Stiftung Kirche Fürstenhagen für die Defizite aufkommen, die aus der Bewirtschaftung der Gottesäcker in Fürstenhagen, Lüttenhagen, Conow, Cantnitz und Wittenhagen entstehen und somit ihren Bestand sichern.

Kommunale Friedhöfe? Nicht gewollt

In Hohenzieritz und Blumenholz sehe man lieber heute als morgen eine Lösung für das Dilemma, in dem beide Gemeinden derzeit stecken. Sie stehen mit dem Rücken zur Wand, seit die Kirchengemeinde Wanzka beschlossen hat, nur noch bis Ende 2022 Grabnutzungsrechte für ihre Friedhöfe zu verkaufen und diese zu schließen. Wenn es dabei bleibt, können die Gemeinden Hohenzieritz und Blumenholz ihrem Versorgungsauftrag nicht mehr nachkommen. Es sei denn, sie schaffen eigene kommunale Friedhöfe. „Das wollen wir nicht“, sagt Klaus Reimers, Bürgermeister der Gemeinde Blumenholz.

Nach vielem Hin und Her zeigt sich die Kirche nun gesprächsbereit. Grundlage ist ein von Kirche und dem Amt Neustrelitz Land verfasstes Arbeitspapier. Es enthält Fakten zu Kosten für Pflege und Unterhaltung der Friedhofsanlagen sowie über die Anzahl der Bestattungen und die Höhe der Gebühren, wie Amtsleiterin Daniela Böss informiert.

Mehr lesen: Auf diesem Friedhof gibt es Ärger statt Frieden

Bürgermeister vermissen klare Kostenaufstellung

In der Gemeinde Blumenholz gibt es derzeit zwei Kirchenfriedhöfe – in Weisdin und Usadel. „Um diese wirtschaftlich betreiben zu können, müssten im Jahr zehn Bestattungen stattfinden. Man kommt aber gerade mal auf zwei im Jahr“, sagt Bürgermeister Reimers. Das zeige, wie hoch das Defizit ist, das sich aus den geringen Einnahmen und den hohen Ausgaben beispielsweise für Baumpflege und Rasenschnitt ergibt.

Sowohl er als auch der Hohenzieritzer Bürgermeister vermissen in dem Papier eine nachvollziehbare Kostenaufstellung. „Wir müssen ja wissen, was auf uns finanziell zukommt“, sagt Strobl. Unklar sei, wie es zu den gravierenden Kostensteigerungen für die Friedhöfe gekommen ist. „Wo sonst 2000 Euro zu Buche standen, werden nun 5000 Euro fällig“, sagt Strobl. Zu diesen konkreten Zahlen sollte eigentlich schon Ende Mai ein Gespräch zwischen Kirchenverwaltung und Vertretern des Amtes Neustrelitz Land stattfinden. „Das wurde auf den Herbst verlegt“, sagt Strobl.

Kosten und Ausgaben sollten transparent sein

Letztlich läuft es auf ein Kooperationsmodell hinaus, um die Lasten zwischen Kirche und Kommune zu verteilen. Strobl spricht sich jedoch gegen eine Lösung aus, wie sie in Feldberg gefunden wurde: „Das finde ich schwierig. Die Stiftung übernimmt alle Kosten und die Kirche kassiert die Gebühren. Das kommt für uns nicht infrage.“ Sein Amtskollege Klaus Reimers sieht das ähnlich.

In Blumenholz hat sich die Gemeindevertretung darauf verständigt, welche Form der Kooperation man mit der Kirche anstrebt. „Wir favorisieren das Modell, bei dem beide Friedhöfe in Trägerschaft der Kirche bleiben, und die Gemeinde für das wirtschaftliche Defizit aufkommt. Unter der Bedingung, dass die Gemeinde die Ausgaben kontrollieren kann“, sagt Reimers. Denkbar wäre auch, dass ein Friedhof in kirchlicher Trägerschaft bleibt und der andere an die Gemeinde geht. „Die Gemeinde kommt für das Defizit auf. Der zweite Friedhof wird in Gemeindeeigentum überführt oder langfristig gepachtet“, führt Reimers aus. Er hofft, dass baldmöglichst entsprechende Verhandlungen stattfinden.

Mehr lesen: Frau erbt Friedhofs-Grundstück – und untersagt Beerdigungen

zur Homepage