ÜBER LANDESGRENZE HINWEG

Fürstenberg und Priepert planen gemeinsamen Radweg

Im südlichen Zipfel der Seenplatte denkt man grenzüberschreitend. Die Gemeinde Priepert strebt eine Radweg-Verbindung zu brandenburgischen Nachbarn an.
Prieperts Bürgermeister Manfred Giesenberg (links) und Olaf Bechert, Stadtvertreter aus Fürstenberg, am Abzweig zur Förster
Prieperts Bürgermeister Manfred Giesenberg (links) und Olaf Bechert, Stadtvertreter aus Fürstenberg, am Abzweig zur Försterei – hier würde die gewünschte Radlerpiste entlang führen. Tobias Lemke
Priepert.

Jenseits und diesseits der Landesgrenze sind sich Vertreter aus Tourismus und Kommunalpolitik einig. „Und das ist doch schon viel wert. Das zeigt doch, dass der Wille da ist“, sagt Olaf Bechert, CDU-Stadtvertreter und Bürgermeisterkandidat in Fürstenberg. Die Rede ist von einem länderübergreifenden Radweg, der die brandenburgische Stadt an der Havel mit Priepert in der Mecklenburgischen Seenplatte verbinden soll.

Priepert wäre damit ans überregionale Radwegenetz angeschlossen. Bisher sei seine Gemeinde nahezu abgeschnitten von den großen Routen wie der Berlin-Kopenhagen-Strecke oder dem Königin-Luise-Radweg, kann Prieperts Bürgermeister Manfred Giesenberg (CDU) dem Projekt nur Positives abgewinnen. Beiden Kommunen schwebt eine Radweg-Verbindung vor, die durch den Wald vorbei an der Försterei Priepert führen soll.

Landesforst muss mit ins Boot

Laut Bechert hatte es auf der Fürstenberger Seite bereits einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung gegeben, wonach die Machbarkeit des Vorhabens geprüft werden sollte. Das Ergebnis liegt schon vor. Schwierigkeiten gebe es demnach aufgrund der Eigentumsverhältnisse von Flächen und weil die Trasse durch ein Landschaftsschutzgebiet führt. „Damit kommt nur eine wassergebundene Decke infrage, was jedoch wieder problematisch ist, weil es sich um einen forstwirtschaftlichen Weg handelt. Forstfahrzeuge und wassergebundene Decke – das schließt sich aus. Da hält der Weg nicht lange“, erklärt Bechert.

Dennoch will man das Projekt nicht fallen lassen. „Wie oft steht am Anfang zunächst ein Nein“, sagt Giesenberg. Auch auf Prieperter Seite muss die Landesforst mit ins Boot geholt werden. Bis zur Försterei sei der Weg zwar schon jetzt gut befahrbar, dahinter gehe es aber auf Zuckersand weiter. Für Radler eine Zumutung.

Enge Verbindung zu Fürstenberg

Bis heute pflegen die Prieperter eine enge Verbindung zu Fürstenberg, das bis 1950 immerhin zu Mecklenburg-Strelitz gehörte. „Viele Einwohner gehen hier einkaufen oder zum Arzt“, weiß Giesenberg. Vor allem ziehe es Prieperter und Fürstenberger sowie die zahlreichen Urlauber im Sommer aber jeweils zu den kulturellen Veranstaltungen und Festen auf beiden Seiten der Landesgrenze, und das am liebsten mit dem Fahrrad. „Die Einwohner scheren sich nicht um die Grenze, und Urlauber schon gar nicht“, sagt Giesenberg. Jedoch mangelt es an grenzüberschreitender Infrastruktur, allen voran an Radwegen.

So gab es südlich von Priepert mit der Fleether Brücke früher eine Verbindung über die Havel. Diese Querung für Wanderer und Radler wieder neu zu beleben, sei noch ein großer Wunsch. „Dann hätten wir einen tollen Rundweg, welche bei Radlern ja immer erwünscht sind“, sagt Bechert. Weil der Neubau einer Brücke jedoch sehr schwer umzusetzen sei, wollen sich beide Seiten zunächst auf den rund acht Kilometer langen Radweg im Wald konzentrieren.

Schwerin und Potsdam sollen überzeugt werden

„Länderübergreifendes Modellprojekt“ lauten hierfür nun die Zauberworte. Die beiden Kommunalpolitiker wollen es schaffen, das auch Schwerin und Potsdam „spitz werden“ aufs Projekt, wie sie es formulieren. Immerhin arbeiten beide Regionen im Bereich Tourismus schon jetzt gut zusammen, dann sollte das doch auch beim Radwegebau klappen. So ist der Tourismusverein Fürstenberger Seenland Mitglied im Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte, zusammen werden Messeauftritte und Marketingaktionen geplant. „Auch wenn wir Brandenburger sind, so verstehen wir uns als eine Urlauberregion Seenplatte, zu der wir das südliche Tor sind“, sagt Bechert.

 

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Priepert

zur Homepage