Simone Köbke und Roy Dodeck führen seit 20 Jahren erfolgreich das Bistro „No1“ in der Mühlenstra&sz
Simone Köbke und Roy Dodeck führen seit 20 Jahren erfolgreich das Bistro „No1“ in der Mühlenstraße in Neustrelitz. Viele Gäste schätzen die herzliche Atmosphäre und natürlich die gute Küche bei den beiden. Tobias Lemke
Auch das ist typisch Bistro „No1”: Stammgäste wissen, dass die Betreiber ein Faible für schöne Deko
Auch das ist typisch Bistro „No1”: Stammgäste wissen, dass die Betreiber ein Faible für schöne Deko haben... Tobias Lemke
... und dass diese auch käuflich zu erwerben ist.
... und dass diese auch käuflich zu erwerben ist. Tobias Lemke
Restaurant-Geburtstag

Gastronomen mit Herz sammeln zum Jubiläum Geld für guten Zweck

Roy Dodeck und Simone Köbke sind Restaurantbetreiber. Sie feiern mit ihrem Bistro „No1“ in Neustrelitz 20-jähriges Bestehen. Statt Blumen möchten sie Spendensammeln.
Neustrelitz

Schwierige Zeiten liegen hinter der Gastronomie. Roy Dodeck und Simone Köbke strahlen dennoch übers ganze Gesicht. Die Laune des Neustrelitzer Gastronomenpaars ist gut. Sie sind mit dem, was zu tun ist, im Reinen. Das war nicht immer so. Es gab Zeiten, da haben sie ans Aufhören gedacht.

Solche Phasen gehören wohl dazu, denn das Paar kann mit seinem Bistro „No1“ auf eine mittlerweile 20-jährige Geschichte zurückblicken. „Wir lieben immer noch, was wir machen“, sagt Dodeck. Am 2. März 2002 hat er zusammen mit seiner Frau das Restaurant in der Mühlenstraße eröffnet. Eigentlich sollte bereits einen Tag zuvor Eröffnung sein. „Aber die Küche war noch nicht fertig. Wir haben die halbe Nacht ’rumgewurschtelt, damit es einen Tag später klappt“, kann sich Simone Köbke noch gut erinnern. Der Name des Restaurants und die ungewöhnliche Schreibweise gehen übrigens auf das Schild der Hausnummer zurück, das damals an dem Gebäude hing.

Haus gekauft und dann investiert

Zuvor hatte Dodecks Mutter zehn Jahre lang einen Kiosk, die „Schiefe Ecke“ in der Mühlenstraße 1, betrieben. Der Kiosk war sozialer Treffpunkt im Viertel. Dann wurde das Haus verkauft. Roy Dodeck und Simone Köbke haben die Gelegenheit genutzt und investiert. „Wir wollten aber etwas anderes machen“, sagen sie, und zwar grundlegend. Bereits bei der Eröffnung vor zwei Jahrzehnten haben sie daher auf die vegetarische Küche gesetzt. „Wir sind sogar als rein vegetarisches Restaurant gestartet“, erzählt Simone Köbke, die die Köchin im „No1“ ist und ausschließlich auf frische Zutaten setzt.

Manche Gerichte wie Grünkern-Bratlinge, panierter Sellerie oder mit Spinat gefüllte Pilze gab es schon damals und werden bis heute von den Gästen gerne bestellt. Dennoch, die ersten Jahre seien hart gewesen, gestehen beide. Eine rein vegetarische Küche ließ sich nicht durchhalten, vielleicht war man der Zeit zu weit voraus. Kurzgebratene Fleischgerichte wurden mit aufgenommen. Trotzdem blieb der Anspruch des Anders-, des Besonders-Seins. „Und die vegetarischen Gerichte machen bis heute 50 Prozent auf unserer Karte aus“, berichtet Dodeck. Das können nicht viele Restaurants von sich behaupten.

Spendenbox wird am Jubiläumstag aufgestellt

Zum Jubiläum am 1. März ist ab 12 Uhr ein Sektempfang geplant. Aufgrund der aktuellen Lage wird um eine telefonische Anmeldung unter 03981 239151 gebeten. Statt Blumen- und Weingeschenke ruft das Paar zu Spenden für die Hospizarbeit in der Seenplatte auf. An dem Tag wird eine Spendenbox aufgestellt. Wer möchte, kann auch direkt auf das Spendenkonto des Hospizdienstes überweisen.

Dodeck engagiert sich als ehrenamtlicher Betreuer in der ambulanten Hospizarbeit beim Deutschen Roten Kreuz. Vor zwei Jahren hat er einen Lehrgang absolviert, um Schwerstkranke und deren Angehörige in ihrer häuslichen Umgebung oder in Heimen in der letzten Phase des Lebens begleiten zu können. „Es geht darum, Gespräche zu führen, Zeit zu verbringen und Betroffene vielleicht auch aus einer Schockstarre zu holen“, erzählt er über sein Herzens-Engagement. Durch die eigene Krebserkrankung wurde der 54-Jährige darin bestärkt, sich in diesem Ehrenamt zu engagieren. Auch die Pflege seiner Mutter, die nach langer Krankheit verstarb, habe eine Rolle gespielt. Aus der Hospizarbeit ziehe er auch Kraft. „Das gibt mir viel. Es ist eine Erfüllung für mich“, sagt Dodeck.

Nach Krebsdiagnose dachten sie ans Aufhören

Nach seiner Krebsdiagnose 2019 habe er zusammen mit seiner Frau ans Aufhören gedacht. „Wir wollten eine Zeit lang alles aufgeben. Dann haben wir gedacht: wie bekloppt.“ Gerade weil es im Bistro „No1“ zwischen dem Restaurant-Team und seinen Gästen schon immer sehr herzlich zuging, es ganz viel ums Wohlfühlen geht, hatte das gefehlt und genießt es Dodeck heute wieder, den Service mit zu übernehmen. Die Zeiten, in denen jeden Sonntag ein Brunch angeboten wurde, werde es aber nicht mehr geben. Stress ja, aber er müsse positiv bleiben.

Neben dem Restaurantbetrieb wollen Roy Dodeck und Simone Köbke künftig mehr auf die Außerhauslieferungen setzen. Schon vor den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hatte das Paar aufgrund Dodecks Erkrankung stärker darauf gesetzt. Daher sei das Restaurant auch während der verordneten Schließzeiten ganz gut aufgestellt gewesen. „Die Corona-Pandemie war ein Einschnitt, aber wir konnten Einiges auffangen“, sagt Simone Köbke. „Wir wollen bestimmt noch zehn weitere Jahre machen“, sagt das Paar.

Heimweh - der Newsletter für Weggezogene

Der wöchentliche Überblick für alle, die den Nordosten im Herzen tragen. Im kostenfreien Newsletter erzählen wir jeden Montag die Geschichten von Weggezogenen, Hiergebliebenen und Zurückgekehrten und zeigen, wie die Region sich weiterentwickelt.

Jetzt schnell und kostenfrei anmelden!

zur Homepage