Moorschutz

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Gehen die Havelwiesen bei Blankenförde unter?

Die Havel trennt Blankenförde sozusagen in zwei Ortsteile. Hinter dem Dorf werden die Wiesen entwässert, um sie für die Weidewirtschaft nutzbar zu machen.  
Die Havel trennt Blankenförde sozusagen in zwei Ortsteile. Hinter dem Dorf werden die Wiesen entwässert, um sie für die Weidewirtschaft nutzbar zu machen.
Tobias Lemke

Im Zuge der Havel-Renaturierung könnten bei Blankenförde Moore und Flussauen entstehen, wo heute Vieh auf der Weide steht.

Ein Brief der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern sorgt derzeit bei einigen Anwohnern in Blankenförde für Aufregung. Das Landesunternehmen hat für Donnerstagabend zu einer Gesprächsrunde in das Haus der Nationalparkinfo eingeladen. Im Schreiben heißt es, man wolle rechtzeitig miteinander ins Gespräch kommen – und zwar über das, was da auf den Havelwiesen am Rand des Dorfes geplant sei.

„Es geht um eine hydrologische Umgestaltung und den Schöpfwerksrückbau“, zitiert Helga Witte aus dem Brief. Dahinter stecke nichts anderes als die Wiedervernässung der Wiesen. „Dann haben wir hier nachher einen Sumpf“, befürchtet die Blankenförderin, die selbst eine kleine Wiese in dem Areal ihr Eigen nennt. Sie kann sich nicht vorstellen, dass die Pläne von der Bevölkerung befürwortet werden. Die Wiese werde nämlich genutzt. Pferde werden dort gehalten und im Dorf sei eine Herdbuchzucht entstanden.

Noch nichts beschlossen

Es gebe tatsächlich die Idee, die Flächen bei Blankenförde für den Moorschutz zu vernässen, bestätigt Hauke Kroll von der Abteilung Moorschutz und Kompensation bei der Landgesellschaft. Beschlossene Sache sei indes allerdings noch nichts. „Wir werden nichts gegen den Willen der Leute unternehmen“, verspricht Kroll. Deswegen gebe es ja die Beteiligung aller Betroffenen. Derzeit befinde sich das Projekt zudem noch in einer frühen Phase, in der Stufe der Vorplanung. „Wir fertigen zunächst ein Studie an und wollen klären, was funktionieren kann und was nicht“, sagt Kroll. Ein Hintergrund für die Pläne sei auch, dass sich die weitere Unterhaltung der Polder auf lange Sicht schwierig gestalten würde.

Die Landgesellschaft arbeitet im Auftrag vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG), dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) und dem Boden- und Wasserverband Obere Havel/Obere Tollense. Derzeit entwässern Pumpwerke die Torfschicht in den Havelwiesen und sorgen somit für einen erhöhten Nährstoffeintrag in den Fluss, erklärt Frank Filter vom Boden- und Wasserverband die Ist-Situation. Im Zuge der Renaturierung der Havel sei daher die Wiedervernässung der Wiesen und die Rückentwicklung in eine Auenlandschaft ins Gespräch gekommen. Aber auch Filter betont: „Es steht noch nichts fest.“ Wiesenbesitzern und -nutzern wollen die Projektträger Ausgleichsmöglichkeiten anbieten. Falls es zu große Bedenken gebe, werde man das Vorhaben aber auch fallen lassen, sagt Filter.