STADTENTWICKLUNG IN NEUSTRELITZ

Geld aus Schwerin rettet denkmalgeschützte Scheune

Neben der Alten Kachelofenfabrik in Neustrelitz tut sich etwas. Zwei Gebäude in der Nachbarschaft werden saniert.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Die Scheune neben der alten Kachelofenfabrik kann endlich saniert werden.
Die Scheune neben der alten Kachelofenfabrik kann endlich saniert werden. Susanne Böhm
Feierstimmung in der Kachelofenfabrik: Vincent Kokert (links) und Horst Conradt stießen auf das Scheunenprojekt an. Viel
Feierstimmung in der Kachelofenfabrik: Vincent Kokert (links) und Horst Conradt stießen auf das Scheunenprojekt an. Viele Leute waren zur Übergabe des Förderbescheids gekommen. Susanne Böhm
Neustrelitz.

Das ehemalige Neustrelitzer Scheunenviertel, in dem die Alte Kachelofenfabrik steht, wird noch schöner. Die Basiskulturfabrik hat Fördermittel bekommen, um die denkmalgeschützte Scheune neben der Fabrik sanieren zu können. Mittwoch ist Baustart.

In dem Kulturzentrum herrschte Feierstimmung, als Landtagsabgeordneter Vincent Kokert (CDU) in dieser Woche den Förderbescheid überreichte. Schließlich hatten sich Geschäftsführer Horst Conradt und einige Unterstützer zehn Jahre lang um den Zuschuss bemüht. Viele Förderwege erwiesen sich als Holzwege. Doch die Mühe zahlt sich aus: 250 000 Euro gibt das Land Mecklenburg-Vorpommern dazu. Die Stadt Neustrelitz steuert 51 000 Euro bei. 28 000 Euro kommen aus Eigenmitteln. Nun steht dem 329 000-Euro-Vorhaben nichts mehr im Weg. „Damit können wir die letzte erhaltene Scheune des Neustrelitzer Scheunenviertels retten“, sagte Horst Conradt. Es ist wohl auch höchste Eisenbahn. Im Mauerwerk klafft ein Riss. „Das einzige, was man noch als gut bezeichnen kann, ist das Holzkonstrukt. Alles, was außen ist, ist total marode und muss wahrscheinlich komplett erneuert werden. Es wäre schade, wenn die Scheune verfällt.“

Heu und Stroh wurden in den Scheunen gelagert

Am Rand von Ortschaften wurden früher Scheunenviertel gebaut. Vorwiegend Heu und Stroh wurden darin gelagert. Sie mussten außerhalb der Stadt stehen, da sie wegen des Strohs leicht in Brand geraten konnten. Die Scheune, die Horst Conrad 1990 kaufte und vor dem Abriss bewahrte, wurde zwischen 1850 und 1870 gebaut.

Im Laufe des Strukturwandels der Landwirtschaft wurden viele der Scheunen nicht mehr gebraucht. Nach Auskunft von Horst Conradt standen im Neustrelitzer Scheunenviertel um 1990 noch neun Scheunen. Acht wurden nach und nach abgerissen. Die erhaltene sei eine Doppelscheune und damit relativ selten. „Zwei Scheunen unter einem Dach, auf jeder Seite zwei Tore“, beschreibt Horst Conradt. Das Gebäude sei viel größer, als es wirkt. „Sie ist 15 Meter hoch. Wenn man drinnen steht, hat man ein Wahnsinns-Raumempfinden. Das ist eine ziemlich große Scheune. 1933 wurde das Fachwerk am Westgiebel durch Ziegel ersetzt. Wir bauen alles denkmalgerecht wieder auf.“

Rote Ziegel kommen aufs Dach

Das Dach soll noch in diesem Jahr saniert werden. Rote, in Form eines fließenden „S“ gestaltete Ziegel sind dafür vorgesehen – sogenannte S-Pfannen. Alles andere soll im kommenden Jahr fertig werden. Ebenfalls im kommenden Jahr beginnt die Sanierung des gegenüberliegenden, kleineren Gebäudes. Hier soll ein Tagungszentrum eingerichtet werden. Für welche Zwecke die große Scheune genutzt wird – „da werden wir noch Ideen finden. Mit ziemlicher Sicherheit werden kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Zunächst geht es darum, das Gebäude zu sichern“. Außerdem soll eine Broschüre über das Scheunenviertel herausgegeben werden.

„Die Kachelofenfabrik ist ein kulturelles Kleinod, das aus Neustrelitz nicht wegzudenken ist“, sagte Vincent Kokert. „Früher war das hier das Nachtjackenviertel von Neustrelitz. Ich freue mich, dass sich dieses Quartier so gut entwickelt hat“, sagte Baudezernent Karsten Rohde.

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