STREIT UM BüRGERSTEIG

Gemeinde erstattet Anzeige wegen gesperrtem Gehweg

Ein Strasener hat sein Grundstück für Bauarbeiten eingezäunt – allerdings den Bürgersteig auch, da der ins Grundstück ragt. Geht nicht, sagt die Gemeinde.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Kein Weiterkommen mehr auf diesem Gehwegabschnitt in Strasen: Die Blockade ist aus Sicht der Stadt Wesenberg nicht rechtens, weshalb die nun Anzeige erstattet hat. 
Kein Weiterkommen mehr auf diesem Gehwegabschnitt in Strasen: Die Blockade ist aus Sicht der Stadt Wesenberg nicht rechtens, weshalb die nun Anzeige erstattet hat. Tobias Lemke
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Strasen.

Schildbürgerstreich, Nachbarschaftsstreit oder Ärger mit den Behörden? Zwei braune Zaunfelder auf einem Gehweg in Strasen geben derzeit Rätsel auf. Die beiden Elemente eines Lattenzauns wurden quer über den Bürgersteig gespannt und so an einem Geländer befestigt, dass für Fußgänger kein Durchkommen mehr ist. Ein gelbes Schild weist auf eine Baustelle hin. Ein paar Gehwegplatten wurden aufgenommen und beiseite gestellt. Ansonsten ist hier keine weitere Bautätigkeit zu erkennen.

Die Blockade in dem Ortsteil von Wesenberg kam bei der jüngsten Stadtvertretersitzung zur Sprache. Wesenbergs Bürgermeister Helmut Hamp (BfW) erklärte, dass in der Sache eine Strafanzeige wegen unerlaubten Eingriffs in den öffentlichen Verkehrsraum gestellt worden sei.

Grundstücksfrage muss geklärt werden

Der Verwaltung in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte sei die Sperrung vom Anwohner im Vorfeld sogar angekündigt worden. Hintergrund der ganzen Gehweg-Posse sei die Erkenntnis, dass das Grundstück des Eigentümers wohl bis in den öffentlichen Verkehrsraum reicht. Das Flurstück rage tatsächlich in den Bereich des Gehwegs hinein, erklärte Hamp. Trotzdem sei es dann aber noch lange nicht rechtens, so eine Blockade zu errichten. Zumal das Eigentum der Stadt, nämlich die Gehwegplatten, weggeräumt wurden.

Zu den Absichten des Zaun-Erbauers will sich Karola Kahl, Amtsleiterin in der Mecklenburgischen Kleinseenplatte, nicht weiter äußern. „Fakt ist, dass es hier eine Grundstückfrage zu klären gibt, in die der Gehweg involviert ist“, sagt sie. Dass Privatgrundstücke in öffentliche Wege hineinreichen, sei nichts Ungewöhnliches, komme sogar häufiger vor. In der Vergangenheit können Fehler beim Vermessen passiert sein, beziehungsweise wurde zu anderen Zeiten auch einfach mal drauf losgebaut. „Wenn so was erkannt wird, gibt es aber ganz normale Prozedere, um das wieder zu bereinigen“, erklärt Kahl. Denkbar seien eine Vereinbarung, ein Ankauf oder auch eine Einziehung. Um die weitere Klärung kümmere sich jetzt aber der Landkreis.

Zum Geschehen wollte der Bewohner des Hauses, vor welchem sich der blockierte Gehwegabschnitt befindet, auf Nordkurier-Nachfrage keine Angaben machen.

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