VANDALISMUS

▶️Göttin Hera aus Neustrelitz hat ihren Arm zurück

Die Götter-Reihe vor dem Neustrelitzer Schlossberg ist nun endlich wieder vollzählig. Mit viel Aufwand wurde der Arm der Hera-Plastik montiert.
Robin Peters Robin Peters
Die Restauratoren von Haber und Brandner aus Berlin stellten die Figur zurück auf ihren Sockel.
Die Restauratoren von Haber und Brandner aus Berlin stellten die Figur zurück auf ihren Sockel. Robin Peters
Neustrelitz.

Die Göttin Hera ist endlich zurück – mit einem Arm aus Stahl. Denn damit die Skulptur nicht so schnell wieder ein Teil verliert, haben die Restauratoren nun ein neues stabilisierendes Innengerüst eingebaut. Von Außen ist davon aber kaum etwas zu sehen. Beim Wiederaufstellen der immerhin fast 200 Kilogramm schweren Figur vor dem Neustrelitzer Schlossberg am Montagmorgen lässt sich nur noch erahnen, an welcher Stelle der rechte Arm der Figur im vergangenen Frühling abgebrochen ist – die Naht ist mit dem bloßen Auge tatsächlich kaum zu erkennen. „Ich hatte schon Angst, es würde ganz schlimm aussehen – aber sie haben es gut hinbekommen“, so der Referatsleiter für Liegenschaften der Stadt Neustrelitz, Marco Suhr.

Ohnehin strahlt die Figur in frischem Glanz: Die ganze Skulptur hat im Zuge der Restaurierung einen neuen Anstrich bekommen. So hebt sich die Statue nun deutlich von den anderen Götter-Skulpturen ab, die teilweise stark mit Moos und Schmutz bedeckt sind.

Viele kleine Teile aus der Zinkplastik gefallen

Die Restaurierung gestaltete sich den Fachkräften von Haber und Brandner Metallrestaurierung zufolge jedoch knifflig. Neben dem Arm waren noch viele kleine Teile aus der Zinkplastik herausgefallen, die Bruchstellen wiederum stark deformiert. „Wir nehmen an, dass jemand heraufgeklettert ist“, sagt Diplomrestaurator Alexander Löwe von Haber und Brandner aus Berlin. Schließlich sei der Sockel nur geringfügig beschädigt worden. Die Experten kennen das Kletter-Problem darüber hinaus aus der Hauptstadt. Dort werde nahezu auf allen Gegenständen herumgeklettert. Zum Teil würden Eltern ihre Kinder sogar für ein Foto auf die Figuren schicken. Zahlreiche Statuen seien aus diesem Grund schon umzäunt worden.

Erst im Jahr 2014 wurden die Figuren im Residenzviertel schon einmal saniert. Dementsprechend groß war der Schock, als die Hera-Figur vor einigen Monaten auf bis heute ungeklärte Weise in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Es ist schade, dass das passiert ist. Zum ersten Mal war die Reihe komplett“, so Petra Ludewig. Die Stadtsprecherin zeigt sich daher erleichtert, dass die Figuren zumindest noch in diesem Jahr wieder vereint werden konnten.

Kosten hat das Land übernommen

Nur die oberen vier Skulpturen gehören dem Land Mecklenburg-Vorpommern. Über die übrigen Drei – Hera, Venus und Demeter -–waltet die Stadt Neustrelitz. Die Kosten für die Restaurierung von Hera hat laut Petra Ludewig dennoch vollständig das Land Mecklenburg-Vorpommern übernommen. Als Gegenleistung dürfe das Land die Skulpturen für das Schweriner Schloss abformen. Dort seien die Statuen nämlich verloren gegangen. So schaue möglicherweise schon bald „die kleine Schwester“ der Neustrelitzer Zinkplastik über den Schweriner See.

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