AUSFLUGSTIPP

Großes Herbstfest in Neustrelitz

Das Herbstfest wird wieder Treffpunkt für alle, die Spaß an wilden Fahrten und gut gelaunten Mitbürgern haben.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Am Mittwoch liefen die Aufbauarbeiten auf Hochtouren. Das Oktoberfest spielt auf dem Rummel in Neustrelitz natürlich auch
Am Mittwoch liefen die Aufbauarbeiten auf Hochtouren. Das Oktoberfest spielt auf dem Rummel in Neustrelitz natürlich auch eine Rolle. Lothar Welte
Neustrelitz.

Der Rummel kommt in die Stadt. Ab Donnerstag bringen Fahrgeschäfte und Buden auf dem Rummelplatz wieder Farbe und Spaß in den manchmal trüben Herbst in Neustrelitz. In diesem Jahr startet Veranstalter Lothar Welte eine besondere Aktion. Menschen mit Handicap dürfen am Donnerstag, dem 17. Oktober, den ganzen Nachmittag kostenlos alle Fahrgeschäfte nutzen. Wer seinen Behindertenausweis vorzeigt, kann sich von 14 bis 22 Uhr nach Herzenslust durchrütteln und den Fahrtwind um die Nase wehen lassen.

„Die Betreiber der Fahrgeschäfte wissen Bescheid. Alles läuft ganz unkompliziert“, verspricht Lothar Welte. Einfach Ausweis zeigen und ab geht die wilde Fahrt. Ein Rummel übernehme auch eine soziale Funktion, sei Ort für soziale Kontakte und bringe ein Spaß in nicht immer rosigen Zeiten. „Herzlichkeit und Kinderlachen müssen einfach sein und jeder soll daran teilhaben.“ Darum biete er auch in anderen Städten gern Rabatt- oder Kostenlos-Aktionen für Menschen an, die nicht so viel Geld haben.

Aktion sehr gelobt

Helge Oehlschläger vom Rehazentrum Neustrelitz findet die Aktion toll. In den Betriebsstätten des Vereins arbeiten viele Menschen mit Handicap. Der Werkstätten-Leiter kündigte an, seine Mitarbeiter über den Gratis-Rummel zu informieren und im Haus Aushänge zu verteilen, damit jeder von dem Angebot erfährt. „Das ist eine coole Sache. Vielleicht nehmen sich einige an diesem Tag sogar extra Urlaub. Viele werden nach Feierabend auf den Rummel gehen.“ Dass Menschen mit Behinderung hier und da Ermäßigungen bekommen, sei üblich. Dass sie gar nicht bezahlen müssen, komme sehr selten vor.„Eine Truppe von uns war neulich auf dem Baumkronenpfad an den Ivenacker Eichen. Die mussten auch nicht bezahlen. Das fand ich verblüffend.“

Wer Fragen zum Kostenlos-Tag hat, erreicht den Veranstalter unter der Telefonnummer 0174 9044335. Vom 11. bis zum 20. Oktober gastiert der Rummel in Neustrelitz. Lothar Welte hat einen Vergnügungspark mit rund 20 Attraktionen zusammengestellt. Viele sind nichts für schwache Nerven, es gibt aber auch Gefährte für Kinder und Leute, die es ruhiger mögen. „Es sind schöne Geschäfte dabei, zum Beispiel die Fun Street, in der 20 Personen im Kreis geschleudert werden. Das war im vergangenen Jahr der Renner. Das ging ab wie Schmidts Katze.“ Sehr beliebt sei auch der Hopser, ein Gerät, bei dem Leute in einem hüpfenden Kessel sitzen. Suchtpotenzial habe für viele die Russenschaukel – ein Riesenrad, das mit knapp 20 Metern relativ klein ist, sich dafür aber umso rasanter dreht.

Fanfarenzug eröffnet den Spaß mit einem Umzug

Für Familien mit Kindern steht eine Achterbahn ohne Überschlag bereit. Dazu gibt es Kindergeschäfte, Autoscooter, Losbude, Entenangeln, Büchsenwerfen, ein großes Imbissangebot und vieles mehr.

Der Fanfarenzug Neustrelitz eröffnet das Herbstfest morgen, am 11. Oktober, mit einem Umzug. Los geht‘s um 18 Uhr am Rathaus. Wer mit Fackeln, Lampions oder ähnlichen Leuchtkörpern mitmachen möchte, ist herzlich willkommen. Am Mittwoch, dem 16. Oktober, ist Familientag mit stark reduzierten Preisen. Am Donnerstag, dem 17. Oktober, ist ein sogenannter Doppeldeckertag – ein Mal zahlen, zwei Mal fahren. Ein Feuerwerk steigt am Freitag, dem 18. Oktober, um 21.45 Uhr in den Nachthimmel. Der Rummel hat freitags und sonnabends von 14 bis 24 Uhr geöffnet, an den Wochentagen 14 bis 22 Uhr. „Wir sind stolz, dass das Fest seit vielen Jahren in Neustrelitz verankert ist“, sagt Lothar Welte. Die Schausteller seien nach einer phänomenalen Glanzzeit nach der Wende auch durch Krisenjahre gegangen. „Es gab eine schlimme Durststrecke“, sagt Welte. „Es war, als ob plötzlich alle jungen Leute weg waren.“ Nun hätten sich Besucherzahlen und die Aussteller-Vielfalt stabilisiert. „Rummel ist wieder im Kommen. Eine schöne Tendenz.“

In diesem Jahr soll so wenig Müll wie möglich produziert werden. „Wir sagen Nein zu Plastik“, hat Eventgastronom Peer Hamberger an seinen Stand geschrieben. Besteck, Teller, Becher und ähnliches bestehen ausschließlich aus kompostierbarem Material. „Ein Schritt in die richtige Richtung.“

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