Massen-Tierhaltung
Grünen-Protest findet in Blankensee keinen Widerhall

Noch mehr Tierhaltung in Blankensee? Dagegen haben die Dorfbewohner rein gar nichts einzuwenden, im Gegenteil (Symbolfoto).
Noch mehr Tierhaltung in Blankensee? Dagegen haben die Dorfbewohner rein gar nichts einzuwenden, im Gegenteil (Symbolfoto).
Tom-Walk - Fotolia.com

Die Landwirtschaft schafft Arbeitsplätze und spült Geld in die Gemeinde-Kasse, hieß es beim Bürgergespräch. Außerdem habe es im Ort schon ganz andere Zeiten gegeben.

In einem emotionalen Schlagabtausch haben sich die Blankenseer am Donnerstagabend mehrheitlich hinter die jüngsten Entwicklungen der Landwirtschaft in ihrer Gemeinde gestellt. So haben die Grünen für ihre Warnungen vor zunehmender Massentierhaltung und geringer Transparenz in Blankensee auf ihrem Bürgergespräch nur wenig Zustimmung erfahren.

Als der Mitinitiator Torsten Mahncke die neue Bullenmastanlage der Agrargenossenschaft Blankensee in seiner Einführung gar als „große Wunde“ in der Landschaft bezeichnete, stieß das Grünen-Mitglied sogleich auf Empörung in der rund 50-köpfigen Runde im Dörphus. Wulf Bednorz (Die Linke), Bürgermeister von Blankensee, wies darauf hin, dass der Bau des Stalls regelkonform von der Gemeindevertretung abgesegnet wurde. Die Landwirtschaft schaffe als einer der wenigen verbliebenen Produktionszweige noch Arbeitsplätze im Dorf. Ein großer Teil der Einwohner müsse zum Arbeiten bereits in die Stadt fahren. So würden Betriebe wie beispielsweise die Junghennenaufzucht Büchlerhausen der Gemeinde zumindest noch Gewerbesteuer einbringen. Über die Anlage habe sich bei Bednorz noch keiner beschwert.

Familienunternehmen möchte im Ort bleiben

„Als wir vor einigen Jahren den Antrag gestellt haben und die Bürger darüber informierten, haben wir nicht eine abwertende Meinung erhalten“, betonte Mandy Büchler, Inhaberin der Junghennenaufzucht, auf der Veranstaltung. Büchler habe sich bewusst dafür entschieden, weiter als Familienunternehmen in der Gemeinde zu arbeiten. „Wir möchten der Landwirtschaft treu bleiben.“ Von einer anderen Haltung könne die Familie nicht leben.

„Mit dem Zählen von Tieren kommen wir nicht weiter“, pflichtete Sabine Reimer-Meißner bei. Schließlich müssten sich die Betriebe für die Inhaber auch rentieren. Über eine vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt genehmigte Erweiterung wie im Fall der Junghennenaufzucht brauche nicht diskutiert zu werden.

In diese Kerbe schlug sogleich die Grünen-Landesvorsitzende, Claudia Schulz: „Wir haben bereits einen Rückgang der Pflanzenvielfalt“, sagte Schulz. Gewächse, die Magerstandorte bevorzugen, würden vermehrt absterben. Daher müsse darüber nachgedacht werden, ob die gesetzlichen Rahmenbedingungen überhaupt ausreichen.

Kritik: Nicht genug Infos zur Bullenmastanlage

„So wie es früher war, kommen wir nicht mehr hin“, betonte wiederum Bodo Hacke. Aus diesem Grund gebe es nun mal nur noch große Ställe. Doch: „Früher hat jeder Hof einen großen Misthaufen gehabt und es hat keinen gestört, was im Boden versickert ist.“ Gegenwärtig werde demgegenüber alles ordnungsgemäß entsorgt. „Meine Seen werden immer klarer“, betonte Meißner – sauberer, als es ihren Fischen lieb sei.

„Ich wäre auch dafür, dass Fleisch den Verbraucher viel mehr kostet“, sagte Bürgermeister Bednorz. Doch das sei eine politische Entscheidung. „Daran können wir gerne gemeinsam arbeiten.“

Dennoch kritisierten einige Bewohner, dass sie über den Neubau der Bullenmastanlage nicht genug informiert wurden. „Auf einmal stellt man uns so ein Ding auf die Wiese“, empört sich Matthias Zörner. Dabei gehe dem Friedrichsfelder selten etwas unter. Gegenstimmen behaupteten jedoch, dass das Projekt auf der Bürgerinformationstafel angekündigt worden ist.

Kommentare (3)

Warum lasst ihr Blankenseer die Grünen überhaupt an einem Bürgergespräch teilnehmen, ihr wisst doch genau ,wie die gepolt sind. Die gehen über Leichen um ihre Interessen durchzusetzen . Habt ihr kein Wathsapp? Da kursieren genügend Aussagen von hohen Grünen-Politikern über die Maßnahmen die sie irgendwann durchsetzten wollen, das sind wahre Aussagen, die nur niemand veröffentlicht.

Und da Grünen-Wähler ja bekanntlich getäuscht werden wollen ...

Landwirtschaft gehört, Auf dem Land, wo bauen die Grünen, ihr essen an, auf dem Balkon, im Blumentopf