Für 42.000 Euro
Grundstück mit Neustrelitzer Bahn-Berufsschule versteigert

Dieses Neustrelitzer Gebäude ist unter den Hammer gekommen. 
Dieses Neustrelitzer Gebäude ist unter den Hammer gekommen.
Auktionshaus

Das Areal steht seit geraumer Zeit leer. Entsprechend sanierungsbedürftig ist die ganze Anlage. Dennoch schnellten die Angebote in die Höhe.

Tut sich demnächst etwas auf dem Gelände der früheren Bahn-Berufsschule an der Neustrelitzer Adolf-Friedrich-Straße? Zumindest hat das insgesamt rund 7,2 Hektar große Areal am Freitag einen neuen Eigentümer gefunden. Bei einer öffentlichen Versteigerung in Berlin fiel bei 42.000 Euro der Hammer – hinzu kommen noch 9,52 Prozent Courtage, 5 Prozent Grunderwerbssteuer sowie die Notarkosten.

Neuer Besitzer sagt nix

Für 60 Cent pro Quadratmeter bekommt der etwa 50 Jahre alte Ersteigerer – der leider nichts zu seiner Person oder seinen Plänen sagen wollte – ein großes Areal mit mehreren Gebäuden: Ein viergeschossiges Wohnheim, die ehemalige Berufsschule und eine Sporthalle – dazu kommen Feuerwehrgebäude, Lager und Garagen – wurden in den 1970er Jahren errichtet und stehen seit Längerem leer. Einzige Ausnahme ist das frühere Gebäude der Feuerwehr, das vermietet ist.

Das Mindestgebot hatte bei 14 500 Euro gelegen. Zwei Bieter im Saal sowie zwei weitere Interessenten, die per Telefon zugeschaltet waren, trieben den Preis in 2000-Euro-Schritten nach oben. Bei 42 000 Euro war dann aber Schluss: Auktionator Matthias Knake blickte noch einmal kurz in die Runde der 100 Gäste. Dann knallte er den Hammer aufs Pult: „Zum Dritten!“

Rund 60 Gebäude und Areale angeboten

Verkäufer ist die Deutsche Bahn, die das große Areal auch in die freiwillige Auktion eingebracht hatte, bei der am Freitag in der Berliner Friedrichstraße – schräg gegenüber der Galeries Lafayette – rund 60 verschiedene Grundstücke und Gebäude versteigert wurden.

Das Gelände weist einige Probleme auf, wie der Versteigerungskatalog verrät und die Gäste auch von Knake erfuhren. Baurechtlich liegt es im Außenbereich. Einfach wieder Unterkünfte in den vorhandenen Gebäuden einzurichten, wäre derzeit also nicht möglich. Vielmehr müsste Baurecht geschaffen werden, sagte Knake. Auch über eine gesicherte Zufahrt verfügt das Areal nicht, dies muss erst geregelt werden. Getrennt werden müssen noch die Medien von jenen der Bahn – das soll mit weiteren 10 000 Euro zu Buche schlagen.

Viel offensichtlicher sind außerdem Müllablagerungen, zahllose Graffiti-Verunreinigungen sowie Feuchtigkeits- und Mauerwerksschäden. Ob dieser Verfall weiterhin das Schicksal der früheren Berufsschule bleibt, wird sich wohl in den kommenden Monaten zeigen.