ABREIßEN ODER BEHALTEN?

Gutachten zu Muna-Ruinen immer noch nicht da

Eigentlich sollten auf dem Gelände der früheren Lufthauptmunitionsanstalt Strelitz Gebäude abgerissen werden. Dem schob das Land aber einen Riegel vor. Historiker sollen sich zunächst mit dem Thema beschäftigen – und das dauert.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Die Muna in Fürstensee ist durch Mauern und Zäune gesichert. Löcher erlauben allerdings hier und da einen Einblick.
Die Muna in Fürstensee ist durch Mauern und Zäune gesichert. Löcher erlauben allerdings hier und da einen Einblick. Marlies Steffen
Neustrelitz.

Die zwei Gutachten über die Lufthauptmunitionsanstalt Strelitz (Muna) in Fürstensee werden seit Monaten erwartet, liegen aber immer noch nicht auf dem Tisch. Sie sollten eigentlich schon Anfang April der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dann wurde daraus Mai. Jetzt werden die umfangreichen Dokumentationen aller Voraussicht nach bis Mitte Juni beim Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz vorliegen. Das hat Christian Hoffmann, Sprecher des Betriebs für Bau und Liegenschaften (BBL), dem Nordkurier bestätigt.

Der BBL hatte die Gutachten Nordkurier-Informationen zufolge auch in Auftrag gegeben. Gefordert hatte sie das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege. Zwei Historiker hatten sich mit der Lufthauptmunitionsanstalt beschäftigt und sollten zum einen klären, welche Rolle Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge in der Muna spielten und inwieweit die noch vorhandenen Muna-Gebäude in ihrer Bauweise beispielgebend waren bei der Errichtung anderer solcher Anstalten durch die Nazis.

Heute gehört die Immobilie dem Bund und wird durch den Bundesforstbetrieb Vorpommern-Strelitz verwaltet. Auf dem Gelände sind seit 2012 bereits zahlreiche Gebäude abgerissen oder als Fledermausquartier hergerichtet worden. Der Abriss weiterer Gebäude ist von dem Ergebnis der Gutachten abhängig. Für einen Abriss stehen Gelder bereit.

StadtLandKlassik - Konzert in Neustrelitz

zur Homepage