Nach dem Blitzeinschlag

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Gutachter nehmen Hebe unter die Lupe

Blitzeinschlag im Hebetempel: Eine der baumdicken Säulen ist in tausend Teile zersplittert.
Blitzeinschlag im Hebetempel: Eine der baumdicken Säulen ist in tausend Teile zersplittert.
Susanne Böhm

Nach jahrelanger Sanierung und endlosen Nacharbeiten ist der Tempel im Neustrelitzer Schlossgarten nun auch noch vom Unwetter heimgesucht worden. Die Auswirkungen werden noch geprüft.

Es ist, als ob ein Fluch über dem Hebetempel im Neustrelitzer Schlossgarten liegen würde. Kaum ist er saniert, hat er auch schon wieder Schaden genommen. Was nach dem Blitzeinschlag aus dem wohl schönsten Wahrzeichen des Schlossgartens wird, kann im Moment noch gar nicht gesagt werden. Mitarbeiter des Betriebs für Bau und Liegenschaften des Landes (BBL) haben den Unglücksort abgesperrt, die Überreste der zerstörten Säule gesichert und den Tempel in dem Bereich abgestützt, an dem die explodierte Säule stand. Zudem wurde ein Gutachter beauftragt, das Gesamtausmaß der Schäden zu ermitteln. So muss geprüft werden, ob die Standsicherheit des Bauwerks noch gegeben ist und ob herumfliegende Gesteins-Teile den Tempel noch an anderen Stellen beschädigt haben.

Keine Blitzableiter

Ein wenig Glück im Unglück hatte der Tempel immerhin. Da derzeit auf dem Schlossberg der Tribünenaufbau für die Festspiele läuft, konnten Mitarbeiter der Gerüstbaufirma Bernd Werdermann und der Nowa Bau aus Neustrelitz das beschädigte Bauwerk sofort nach dem Unwetter sichern.  

Der Hebetempel war nicht durch eine Blitzschutzanlage gesichert. Dies sei immer eine Abwägung zwischen denkmalschützerischen und Sicherheitsbelangen, sagte BBL-Sprecher Christian Hoffmann. Hier sei von keiner besonderen gefahrvollen Situation ausgegangen worden. Der 1845 von Friedrich Wilhelm Buttel errichtete Tempel steht allerdings nach zahlreichen Baumrodungen mittlerweile wesentlich ungeschützter da als noch zu Zeiten, in denen es links und rechts einen größeren Baumbestand gab. 

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