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Hallo Moskau, hier Wesenberg

Wenn Strom- und Handynetz komplett zusammenbrechen, können die Funker trotzdem Kontakt in alle Welt halten. Die Russin Jewgenia Kistereva (links) nutzte ihren kurzen Besuch beim Wesenberger Funkertreffen, um sich die Notfunkanlage einmal anzuschauen.
Wenn Strom- und Handynetz komplett zusammenbrechen, können die Funker trotzdem Kontakt in alle Welt halten. Die Russin Jewgenia Kistereva (links) nutzte ihren kurzen Besuch beim Wesenberger Funkertreffen, um sich die Notfunkanlage einmal anzuschauen.
Ulrich Krieger

Wesenberg ist eine Enklave der Hobby-Funker. In diesem Jahr kamen zum neunten Mal Amateurfunker aus Holland, Österreich, Polen und vielen Orten Deutschlands. 2017 wurde sogar der Notfall getestet.

„Hallo, ich bin RA3GE, Jewgenia aus Jeletz, 300 Kilometer südlich von Moskau,“ spricht eine junge Frau die fachsimpelnden Funkamateure an der Woblitz in Wesenberg an. Die 28-Jährige hatte von dem internationalen Treffen, das vom „Oldman“ Adolf Troyke vorbereitet war, gehört und spontan einen Abstecher zu ihren Hobbykollegen in die Ferne unternommen. Tatsächlich war der Weg der 28-jährigen Jewgenia Kistereva nicht wirklich weit. Sie lebt in Berlin, wo sie die spanische Sprache studiert und ihre Doktorarbeit vorbereitet.

„Wir können unsere Informationen digital und von den Herstellern entsprechend verschlüsselt mit neuesten Funkgeräten weiterleiten, die kein anderer versteht, wenn er nicht eine dazu passende Empfangsanlage hat“, hieß es. 2017 sollte deshalb an der Woblitz der Notfall getestet werden. Mit einem Ruderboot ging es weit auf die Woblitz hinaus. Der Ruderer selbst war nur mit einem kleinen Handfunkgerät ausgestattet, um einen verschlüsselten Notruf zu senden. „Zuvor hatten wir unsere völlig autonom arbeitende Notfunkanlage auf dem Gelände aufgebaut, was in wenigen Minuten möglich ist“, erklärt Bringfried Werner aus Neustrelitz.

Bis zu 72 Stunden kann ohne Nachladen eine Funkverbindung in alle Welt aufrechterhalten werden. Eine Solarzelle auf dem Dach des Fahrzeuges speichert auch noch ihre Energie in das System ein. Bricht das Stromnetz zusammen, fallen alle Sendemasten der Mobilfunkanbieter aus und auch das Internet ist vom Netz. Die Funkamateure jedoch können trotzdem in alle Welt Kontakt aufnehmen. Die Prüfung auf der Woblitz haben die Hobbyfunker am Wochenende bestanden.

Kommentare (3)

Manche Mieter beschwerten sich weil das Fernsehprogramm stört oder ist das Einbildung ?

Einfach anderen Sender einstellen oder Fernsehgerät ausschalten. Aber was hat das mit CB-Funk zu tun? :) Wenn es einen CB-Funker in der unmittelbaren Nähe gibt, einfach ansprechen und Abhilfe erbeten, wenn nachweislich der CB-Funk den Fernsehempfang stört.

Manche Gegner bilden sich das auch ein