VON DER NACHRICHTENTECHNIK ZU "GLÄSERNEM" HOBBY

Heißer Dreh sorgt für filigrane Perlen

Auf der Suche nach einem Ausgleich zum Job im Büro ist die Weisdinerin Karin Schöttler aufs Kunsthandwerk gestoßen. In ihrer Werkstatt entstehen wahre Schmuckstücke.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Ab in den Kochtopf - nach dem Drehen steckt Karin Schöttler die Perlen ins erhitzte Granulatbad. Hier sollen die kleinen Schmuckstücke langsam abkühlen, damit sie keine Risse bekommen.
Ab in den Kochtopf - nach dem Drehen steckt Karin Schöttler die Perlen ins erhitzte Granulatbad. Hier sollen die kleinen Schmuckstücke langsam abkühlen, damit sie keine Risse bekommen. Tobias Lemke
Weisdin.

Wie viele Glasperlen Karin Schöttler in ihrem Leben schon gedreht hat, kann sie gar nicht sagen. Aber in den nächsten Tagen wird noch mal eine ganze Menge mehr dazu kommen. Denn die Hobby-Künstlerin aus Weisdin wird sich beim diesjährigen Mirower Kunstmarkt am 9. und 10. August präsentieren und will selbstverständlich eine große Auswahl anbieten können. Jede einzelne ihrer Perlen ist ein Unikat.

„Glas ist ein wunderbarer Werkstoff“, schwärmt die 45-Jährige. Einerseits sehr fest und hart, sei Glas dennoch durchlässig, und zwar für das Licht. Die entstehenden Reflexionen und die gestalterischen Möglichkeiten, die einem die Transparenz des Glases bietet, würden die Arbeit mit dem Werkstoff so interessant machen. Dabei hat Glas natürlich auch seine Tücken. Formbar wird es erst im warmen oder vielmehr heißen Zustand unter der bis 1800 Grad Celsius lodernden Flamme eines Brenners. Ein zu rasches Abkühlen fertig gedrehter Perlen muss dann verhindert werden. „Sonst springt das Glas“, erklärt Karin Schöttler.

Die Idee zu dem ausgefallenen Hobby kam Karin Schöttler vor einigen Jahren auf den langen Zugfahrten nach Berlin. Für ihren Beruf pendelt die gelernte Nachrichtentechnikerin zwischen der Seenplatte und der Hauptstadt. „Ich suchte einen Ausgleich für den Job im Büro“, sagt sie. In das Kunsthandwerk mit Glas hat sie sich schließlich soweit eingefuchst, dass sie ihre Perlen im Nebenerwerb verkauft. Zu groß wolle sie ihre Werkstatt aber nicht ausbauen. „Bei allem soll immer noch der Spaß an der Sache im Vordergrund stehen“, so Karin Schöttler.

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