Der ukrainische Artist und Gleichgewichtskünstler Oleksandr Mak Frank fühlt sich im Zirkus zu Hause. Viele Nationen
Der ukrainische Artist und Gleichgewichtskünstler Oleksandr Mak Frank fühlt sich im Zirkus zu Hause. Viele Nationen arbeiten zusammen Hand in Hand. Auch zwischen Ukrainern und Russen wird kein Unterschied gemacht. Jana Schrödter
Alltag im Zirkus

Hier wird zwischen Ukrainern und Russen kein Unterschied gemacht

Unter der Zirkuskuppel zählt nur die Qualität und nicht die Nationalität. Der Artist Oleksandr Mak Frank gibt einen Einblick in die Zirkuswelt.
Neustrelitz

Gerade gastierte der Zirkus Diana Busch in Neustrelitz auf dem Rummelplatz. Vielen ist er eher bekannt unter dem Namen Moskauer Zirkus, den es schon seit mehreren Generationen gibt. Im Zirkus wird Internationalität gelebt. Ukrainer, Russen, Italiener, Spanier, Tschechen und Deutsche arbeiten Hand in Hand, nicht nur in der Manege des Chapiteau, des Zirkuszeltes mit ovalem Grundriss. Zwischen 40 und 50 Mitarbeiter geben dem Zirkus Leben.

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An Seilen schweben

Seit seinem sechsten Lebensjahr steht der Ukrainer Oleksandr Mak Frank vor dem Publikum und begeistert die Zuschauer als charmanter Akrobat und Gleichgewichtskünstler. An Seilen schwebt und turnt er in schwindelerregender Höhe bis in die Spitze des Zirkuszeltes. Dafür trainiert er täglich ein bis zwei Stunden. Es ist ein hartes und stressiges Leben, aber Oleksandr ist mit Herzblut dabei. Der Akrobat versteht es, die Zuschauer mit einzubeziehen und zu animieren.

Der Auf- und Abbau, das Marketing und die Fahrten würden viel Zeit in Anspruch nehmen. Um das große Zelt aufzubauen, benötige es ein bis zwei Tage. Der Abbau gehe mit fünf bis sechs Stunden deutlich zügiger, heißt es von Oleksandr. Jede Woche gastiert der Zirkus in einer anderen Stadt. Auch für Zirkuskinder gilt die Schulpflicht. Sie gehen dort zur Schule, wo sich der Zirkus gerade aufhält. Die Tochter von Oleksandres Tante Natascha wird in einer Neustrelitzer Grundschule eingeschult. „Wir arbeiten, lachen und streiten zusammen. Wir sind eine große Familie“, sagt Oleksandr.

Gemeinsames Grillfest

Vor drei Tagen hätten sie den Geburtstag seines Onkels mit einem gemeinsamen Grillfest gefeiert. Im Zirkus werde kein Unterschied zwischen Ukrainern und Russen gemacht. Oleksandres Oma lebe in Luhansk und er telefoniere viel mit ihr. Er sei russischsprachig aufgewachsen, lebe schon lange in Deutschland und sei hier zur Schule gegangen. „Zusammenhalt und Miteinander waren im Moskauer Zirkus schon immer gegeben“, so der Artist. „Wir versuchen gerade, Clowns aus der Ukraine zu holen, Bekannte seiner Mutter“, erzählt er. „Alles ist Familie. Mein bester Freund ist Spanier und auch in Kriegszeiten gibt es etwas zu lachen“, findet Oleksandr.

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