Die Hochzeit soll für das Paar der schönste Tag im Leben werden.
Die Hochzeit soll für das Paar der schönste Tag im Leben werden. Uwe Anspach
Heiraten

Hochzeits-Saison beginnt – an manchen Tagen wird sich ganz oft getraut

Frühling, Sonne, Feiertage – der Mai lädt zum Heiraten ein. Fachleute verraten hier, was zurzeit in puncto in Torte und Strauß bei Hochzeiten total angesagt ist.
Neustrelitz

Im Mai beginnt traditionsgemäß die Hochzeitssaison, die sich bis in den August hineinzieht. Auch im Strelitzer Land ist das so. Während der Pandemie-Sommer sei laut Standesamt Neustrelitz kaum ein Rückgang bei den Eheschließungen zu verzeichnen gewesen. „Im Moment liegen uns für den Monat Mai 19, für Juni 22, für Juli 26 und für den August 23 Eheanmeldungen vor“, heißt es von Lutz Pietschmann vom Standesamt Neustrelitz.

Natürlich gebe es auch in diesem Jahr wieder beliebte Hochzeitsdaten, die von Paaren gerne gebucht werden. Der 22. Juli und der 20. August seien mit je fünf Eheschließungen begehrt. Bevorzugt seien auch der 20. Mai und der 3. Juni, der Freitag vor Pfingsten. An diesen Tagen gebe es jeweils vier Hochzeiten. Nicht nur die Hiesigen würden in Neustrelitz vor den Traualtar treten, die Hochzeitspaare kämen mittlerweile aus ganz Deutschland. „Häufig haben wir Paare aus dem Berliner und Hamburger Raum. Auch aus Magdeburg, Zwickau und aus einigen weiteren Regionen Deutschlands haben sich Paare für eine Eheschließung in unserem Standesamtsbezirk entschieden“, sagt Pietschmann.

Rund fünf Prozent Homo-Ehen

Heiraten ist also durchaus noch in Mode. Nach der Wende weise die Statistik zwar weniger Eheschließungen als vorher aus, doch mittlerweile sei das Neustrelitzer Standesamt auf ein gutes Maß eingestellt, meint der Standesbeamte. „Heiraten sollte man natürlich nicht nur, weil es in Mode ist, sondern sich dabei auch des eigentlichen, tiefgründigen Sinns einer Ehe bewusst sein“, so sein Tipp an die zukünftigen Eheleute. „Bei der Namenswahl erklären die meisten Paare den Familiennamen des Ehemannes zum Ehenamen. Bei gleichgeschlechtlichen Paaren geht der Trend auch dahin, einen gemeinsamen Familiennamen zu tragen“, hat der Neustrelitzer Standesbeamte festgestellt.

2021 hätten gleichgeschlechtliche Ehen einen Anteil von knapp fünf Prozent der gesamten Eheschließungen ausgemacht, so Pietschmann. Spezielle Sonderwünsche für die Trauung könne das Standesamt natürlich nach Absprache auch berücksichtigen.

Kellner übers Internet gefunden

In Feldberg werden dieses Jahr 32 Ehen geschlossen. 13 Paare davon heiraten am Feldberger Hochzeitssteg im Kurpark. 17 Paare haben als Hochzeits-Location das Mirower Schloss gewählt.

Nicole Schmelter freut sich auf ihre Hochzeit im Juli mit ihrer Jugendliebe. Seit 14 Jahren sind die beiden zusammen. „Mit 14 Jahren habe ich mich in ihn verknallt“, erzählt Schmelter. „Wir kommen beide aus Neustrelitz. 1993 habe ich die Stadt verlassen. Wiedergesehen habe ich ihn in Hamburg, dann sind wir nach Berlin gegangen. Damit die ältere Verwandtschaft, die zum Teil schon über 80 Jahre alt ist, nicht nach Berlin reisen muss, haben wir uns entschlossen, in Neustrelitz zu heiraten. Außerdem finde ich das Standesamt in Neustrelitz schön und es gibt in der Stadt schöne Fotokulissen für das Hochzeitsfoto“, sagt die zukünftige Braut.

Nach der Hochzeit sei geplant, den Bauernhof ihrer Tante in Pasewalk zu erwerben und wieder in die alte Heimat zurückzukehren. Die Hochzeit sei längst vorbereitet. Das Paar möchte in einer Neustrelitzer Gaststätte seinen besonderen Tag feiern, doch es gebe ein Problem: Es seien nicht ausreichend Kellner vorhanden, um die Gäste zu bewirten. Schmelter, die früher selbst gekellnert hat, startete kurzerhand einen Aufruf in den Sozialen Netzwerken, um ihre Hochzeit zu retten. „Kellner für Hochzeitsfeier gesucht“, heißt es auf Facebook. Und siehe da, sie hat Erfolg. Sechs Kellner hätten sich bei ihr gemeldet, um am Hochzeitstag auszuhelfen. Fachkräfte sind also vorhanden – manchmal braucht es nur ein kleines bisschen Kreativität.

Brautsträuße gern ganz natürlich

Bei der Feldberger „Tortenmarie“ würden bereits seit zwei Jahren viele Vorbestellungen für Hochzeitstorten vorliegen, da die Hochzeiten aufgrund der Corona-Lage immer wieder verschoben wurden. Hinzu kämen die aktuell geplanten Hochzeiten in diesem Jahr. „Die akuten Monate sind Mai bis September. Da sind wir auch so gut wie ausgebucht“, sagt Hochzeitstorten-Bäckerin Cindy Baugatz.

Manchmal gebe es aber auch noch zusätzliche Spontanaufträge. Aufträge würden die Bäckerei direkt aus Feldberg, aber auch aus Berlin, Brandenburg, dem Boitzenburger Land, aus Friedland, der Uckermark sowie aus Ueckermünde und aus Templin erreichen. Die Hochzeitstorten seien handgefertigt, je nach Größe und Aufwand ergeben sich unterschiedliche Fertigungszeiten. Die Torten würden dabei individuell auf das Brautpaar und ihre Geschichte abgestimmt – so seien schon skurrile Motive wie ein Reptiliengehege, „Batman und Wonderwoman“ sowie eine Totenkopf-Torte bestellt worden, so Baugatz.

Viele Trauungen „wie auf der Wiese”

Gelegentlich könne auch mal etwas schiefgehen. „Einmal hatten wir einen Auftrag für eine Hochzeitstorte für 120 Gäste. Leider ist während der gesamten Abwicklung nicht aufgefallen, dass das angegebene Datum falsch war. Samstag Abend bekamen wir einen Anruf, bei dem nach der Torte gefragt wurde. Bei dieser Größenordnung war es uns nicht möglich zu reagieren und in der Kürze der Zeit eine entsprechende herzustellen“, erzählt Baugatz. Das Brautpaar, das nun an ihrem großen Tag ohne ein Sahnehighlight auskommen musste, hätte es jedoch mit Fassung getragen.

Bei Brautsträuße gehe die Tendenz derzeit in Richtung naturbelassen. „Eine Zeit lang waren die Brautsträuße kompakt und fließend, zum Beispiel Hortensien mit Rosen. Im Moment sind Sommerblumen, wie auf einer wilden Wiese, total angesagt. Das betrifft 90 Prozent der Kunden“, berichtet Maren Schneider, Geschäftsführerin von „Weiße Blumen“. Dabei werde der Strauß auch mal auf die Haarfarbe abgestimmt. „Am Montag hatte ich eine Braut mit dunkelroten Haaren. Sie hat sich passend dazu einen dunklen natürlichen Sommerblumenstrauß ausgesucht“, so die Floristikerin aus Neustrelitz.

Auch die Farbkombinationen hellblau-weiß und rosa-weiß seien gefragt. „Alles was, duftig, zart und filigran ist, werde momentan bestellt, wie zum Beispiel die Eustoma oder mehrstielige Rosen“, sagt Schneider. Ihr sei aufgefallen, dass oft Urlauber, Berliner, Münchner hier heiraten würden. Für die Hochzeit eines Berliner Brautpaares sei einen Tag vor der Trauung der Brautstrauß bestellt worden. „Es gibt viele freie Trauungen, wie einfach draußen auf der Wiese. In Feldberg kann man gegen Aufpreis an jedem Ort heiraten“, so die Expertin.

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