FRIDAYS FOR FUTURE

Hörakustiker aus Neustrelitz fahren zur großen Klima-Demo in Berlin

Unternehmer Roland Timmel lässt am Freitag seine Läden zu. Er demonstriert mit seinen Mitarbeiterinnen bei Fridays for Future.
Susanne Böhm Susanne Böhm
Roland Timmel und seine Mitarbeiterinnen haben für den Streik in Berlin Plakate vorbereitet. Kundin Gerda Bobzin (Dritte
Roland Timmel und seine Mitarbeiterinnen haben für den Streik in Berlin Plakate vorbereitet. Kundin Gerda Bobzin (Dritte von links) findet die Aktion gut. Susanne Böhm
Neustrelitz.

Bei Hörgeräte Dr. Timmel wird am Freitag gestreikt. Nicht allein die Mitarbeiterinnen, auch Chef Roland Timmel legt am 20. September die Arbeit nieder. Die Experten für Hörakustik fahren nach Berlin, um sich bei der Fridays for Future-Demo am globalen Klimastreik zu beteiligen. Das Unternehmen setzt ein Zeichen für den Umweltschutz. Die Filialen in Neustrelitz und Waren bleiben an diesem Tag zu.

Seine Frau kam auf die Idee, zusammen mit den Mitarbeitern für den Klimaschutz zu demonstrieren, berichtet Roland Timmel. „Wir sind seit vielen Jahren umweltbewegte Menschen. Ich bin Fördermitglied beim Bund für Umwelt und Natur Deutschland und bei Greenpeace. Meine Frau ist sehr ernährungsbewusst, denn Landwirtschaft und Klimaschutz hängen ja zusammen. Wir verzichten, so gut es geht, auf Plastik und wirken auch auf unsere Lieferanten ein“, erklärt der 58-Jährige. „Wir müssen alle Druck machen. Wir paar Neustrelitzer werden nichts ändern, aber wenn genügend Leute Druck auf die Politik ausüben, wird sich etwas bewegen. Die Frage ist nur, ob es schnell genug geht.“

„Die Diskussion wird nicht breit genug gefächert”

Dem Unternehmer ist es wichtig, das Thema auch im persönlichen Bekanntenkreis immer wieder anzusprechen. „Die Diskussion wird nicht breit genug gefächert. Die Diskussionskultur muss wieder gepflegt werden.“ Jeder Einzelne müsse seinen Beitrag leisten, auch wenn es „schwierig ist, sein eigenes Verhalten zu ändern. Wer als Fleischesser sozialisiert ist, wird schwer davon wegkommen“. Auch der Verzicht auf Plastik sei eine Herausforderung. „So vieles ist in Plastik verpackt. Meine Frau kauft viel auf dem Markt in Waren ein oder beim Bioladen in Neustrelitz. Dort gibt es vieles unverpackt. Es ist ein Bewusstseinsprozess. Es gibt sehr viel, was wir tun können.“ Er sei froh über die aktuelle Umweltschutzbewegung. „Sehr gut, dass die Jugend aktiv wird. Das ist ein wirksamer Anstoß.“

Seine Kunden bittet er um Verständnis für den Streik. Gerda Bobzin, die seit 1991 auf Hörgeräte Timmel vertraut, begrüßt die Aktion. „Ich finde das sehr gut. Wenn ich gesund wäre, würde ich mitfahren.“ Demonstriert wird am 20. September am Brandenburger Tor in Berlin.

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