FEHLENDE BUCHUNGEN

Hotels in Mecklenburg-Strelitz bekommen die Cook-Pleite zu spüren

Viele Hotels und Ferienparks haben seit der Insolvenz ein Problem: Denn für die Buchungen über den insolventen Reise-veranstalter bekommen sie kein Geld mehr.
Robin Peters Robin Peters
Auch das Royal Inn Park Hotel Fasanerie in Neustrelitz macht durch die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook Verluste.
Auch das Royal Inn Park Hotel Fasanerie in Neustrelitz macht durch die Pleite des Reiseveranstalters Thomas Cook Verluste. Robin Peters
Granzow.

Selbst das Gastgewerbe hier im Strelitzer Land hat die Pleite des überregionalen Reiseveranstalters Thomas Cook zum Teil hart getroffen. „Es ist nicht existenzbedrohend, aber es tut schon sehr weh“, sagte Jens Kappert aus der Direktion des Ferienparks Mirow in Granzow. Der Leiter des Ferienparks rechnet mit Verlusten im fünfstelligen Bereich. Denn einige Hundert Übernachtungen, die in der Sommersaison schon stattgefunden haben, bekomme der Ferienpark vom Veranstalter nun nicht mehr gezahlt. „Der Zeitpunkt war strategisch ungünstig“, so Kappert. Denn in der Regel bezahle ein Reiseveranstalter wie Thomas Cook die Unterkünfte nicht im Voraus. Dennoch kann sich der Ferienpark noch über Wasser halten: „Wir sind nicht ausschließlich von einem Reiseveranstalter abhängig“, versicherte Kappert.

„Der Verlust hält sich in Grenzen”

Neben den Betreibern des Ferienparks Mirow bekommen auch viele andere Hoteliers der Region die Insolvenz von Thomas Cook zu spüren. Das Royal Inn Park Hotel Fasanerie in Neustrelitz musste auch einige Einnahmen einbüßen. Doch: „Der Verlust hält sich in Grenzen“, sagte Michaela Bischof vom Royal Inn Park Hotel Fasanerie in Neustrelitz. Bis Ende des Jahres würden lediglich zehn Buchungen ausfallen.

Das MV-Wirtschaftsministerium hatte erst vor wenigen Tagen gemeinsam mit dem Landestourismusverband sowie dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband Mecklenburg-Vorpommern der Hotelbranche des Landes Unterstützung zugesichert. Ein spezielles Maßnahmen-Paket soll Unternehmern zugutekommen, dessen Geschäft von der Insolvenz besonderen Schaden genommen hat. „Jeder Einzelfall wird aufgenommen und geprüft – dann wird individuell entschieden, welches Instrument für die Unternehmen bestmöglich passt“, sagte Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Dazu können sich die Betroffenen an eine Schweriner Unternehmenshotline unter der Telefonnummer 0385 5885588 wenden. Dort werden die Fälle aufgenommen und für einen Überblick über die Situation im Land zusammengetragen.Um den Empfang dieser Hilfeleistungen will sich nun auch der Ferienpark Mirow bemühen.

Eigene Strategie zurechtgelegt

Für den Ausfall von noch ausstehenden Übernachtungen haben sich die Leiter des Royal Inn Park Hotels Fasanerie gar eine eigene Strategie zurechtgelegt: „Wir haben eine Alternative gefunden“, so Michaela Bischof. Das Haus halte die Zimmer der Gäste zunächst frei. Diese hätten dann die Möglichkeit, ihre Unterkunft zum Standardtarif des Hotels zu buchen, vor Ort zu bezahlen und sich die Mehrkosten später zurückzuholen.

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